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"Wer meine Karriere mitverfolgt hat, der wird wissen, dass die letzten zwei Jahre sehr schwer für mich waren mit den vielen Verletzungen. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich nicht mehr so belastbar bin wie früher und wie ich gern sein möchte. Zusätzlich habe ich eine große Vorfreude und Neugier auf das Neue, was nun nach dem Kicken kommen wird", begründete er seine Entscheidung gegenüber dem KURIER. © Bild: dapd
Sport/Fußball
20.05.2012

Franky, der Bruchpilot

Cup-Finale: Der Ex-Rieder Franz Schiemer könnte heute mit Salzburg gegen seinen Ex-Klub das erste Double der Klubgeschichte holen.

Sich nur nicht am Kopf verletzen. Sich ja keine Platzwunde zuziehen. Oder gar die Nase brechen. Wer kann es Franz Schiemer verdenken, dass er sich all dies vor dem heutigen Cup-Finale zwischen Salzburg und Ried im Wiener Ernst-Happel-Stadion (16 Uhr, live ORFeins) wünscht.

Immerhin heiratet der 26-Jährige am 1. Juni. Und wer will schon mit einem Kopfverband, einem zerschundenen Gesicht oder einer malträtierten Nase bei seiner eigenen Hochzeit erscheinen?

„Ich werde im Cup-Finale alles geben und reinhauen, was ich habe: Wir wollen das Double. Das wäre doch einmal etwas ganz Besonderes für uns. Vielleicht gelingt mir ja wieder einmal ein Kopftor. Das wäre an der Zeit. Aber einen Turban möchte ich mir ersparen – wegen der Hochzeit“, meint Schiemer vor dem heutigen Spiel.

Verletzungspech

Das wird gar nicht so leicht werden: Kein anderer Bundesliga-Fußballer bekommt so oft eine auf den Kopf wie der Salzburger Verteidiger. "Ich wäre froh, wenn ich einmal keine auf den Kopf bekommen würde. Ich ziehe das aber irgendwie an. Ich haue mich auch immer rein, egal, welche Schnittbälle daherkommen. Ab und zu erwische ich dann einen anderen Kopf statt dem Ball", sagt Schiemer, der eine Erklärung für seine Pechsträhne hat: "Ich bin jetzt nicht der größte Spieler. Wenn ein großer Stürmer auf mich trifft, dann ist es oft so, dass die mit den Ellbogen arbeiten. Mir ist das zuletzt gegen Patrick Bürger passiert. Aber ich habe da nicht großartig gejammert. Das gehört halt dazu."

2009 wechselte Schiemer von der Wiener Austria nach Salzburg. Ist er fit, spielt der Defensiv-Allrounder fix. Das war schon bei Huub Stevens so. Und das ist jetzt auch bei Ricardo Moniz so. "Franky ist kein Naturtalent, er ist ein Arbeitstalent. Er ist ein Junge, der mit minimalen Mitteln das Optimale herausholt. Darin hat er eine Vorbildfunktion", sagt Salzburgs Trainer über Schiemer, der für Moniz eine ganz wichtige Rolle in der Mannschaft spielt: "Er ist immer positiv, versucht, die Gruppen, die es in jeder Mannschaft gibt, zusammenzubringen. Kannst du das, bist du ein richtiger Anführer."

Meister Salzburg geht natürlich als Favorit ins Cup-Finale – auch wegen einer tollen Erfolgsserie: Seit dem 3. März (0:1 gegen Mattersburg) ist man schon 16 Pflichtspiele ungeschlagen. "Im Fußball sind es sehr oft Kleinigkeiten, die dich in eine andere Richtung bringen. Wir haben einfach umgeschaltet und gute Leistungen bringen können. Wir sind in einem Flow" sagt Schiemer, der auch glaubt: "Wir haben begriffen, um was es geht, dass jetzt die wichtigste Phase der Saison ist. Vorher gab es immer den Wechsel zwischen Bundes­liga und Europa League. Das ist nicht so einfach."

Stimmungshoch

Mit dem Erfolg wurde auch die Stimmung besser. "Die ist wie in der Saison, in der wir 18 Punkte in der Europa League gemacht haben. Da war der Zusammenhalt ähnlich. Mit einem Unterschied: Wir haben jetzt sehr viele positive Typen, die auch einmal dazwischenhauen. Der Mix ist gut", sagt der Ex-Rieder.

Dass er heute just dem Klub, bei dem er den Sprung ins Profigeschäft geschafft hat, den Höhepunkt der 100-Jahre-Feier verderben könnte, ist für ihn kein Problem. "Es ist nicht schwierig, es ist schön. Wir haben Ried fix in die Europa League gebracht. Deswegen werden wir das Cup-Finale gewinnen. Das ist der Deal", kündigt Schiemer mit einem Schmunzeln im Gesicht an.

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