Ein Fuchs als Teil der Überraschung
Schalkes Rumpfteam hielt dem Druck in London stand. Österreichs Teamkapitän überzeugte.
Der Fußball geht oft wundersame Wege. Im August stand Österreichs Teamkapitän Christian Fuchs noch vor dem Aus bei Schalke, die Gelsenkirchner wollten ihn transferieren.
Einige Wochen und zwei Verletzte im Team später ist der 28-Jährige plötzlich Stammspieler. Und überzeugt in der Champions League. Beim 1:1 in London gegen Chelsea spielte auf seiner angestammten Position als linker Außenverteidiger durch. Und das recht gut. Zwar befand dies das deutsche Sportmagazin kicker weniger (Note vier, sechs ist die schlechteste Bewertung), für eine internationale Datenbank war er aber der Mann des Spiels und ein Teil der großen Überraschung.
Rumpfteam
Überraschung? Immerhin musste Schalke-Trainer Jens Keller verletzungsbedingt auf das halbe Team verzichten. "Da war schon sehr beeindruckend, wie die Mannschaft, bei all den Problemen, die wir hatten, unseren Plan 90 Minuten lang umgesetzt, gefightet und gespielt hat."
Als Symbolfigur für den tollen Fight taugt auch Kevin-Prince Boateng. Der von einer Sprunggelenksblessur geplagte Ghanaer verzog schon nach wenige Minuten vor Schmerzen das Gesicht, schmiss sich aber bis zum Ende in jeden Ball und erfüllte endlich jene Leader-Rolle, die er gern für sich in Anspruch nimmt. "In der Halbzeit sah es so aus, als müsste er ausgewechselt werden. Er hatte unglaubliche Schmerzen", berichtet Keller. "Aber ich habe ihn angefleht, dass er durchhält." Für Chelsea-Coach Jose Mourinho hingegen endete das Spiel mit einem "frustrierenden" Ergebnis. "Für Schalke war es ein guter Punkt, für uns ein nicht so toller. Aber immerhin ein Punkt", sagt Mourinho.
Dabei hatten die Briten, die 2012 die Champions League gewonnen hatten, bereits nach elf Minuten durch einen Treffer von Cesc Fàbregas geführt, Schalke gab nicht auf und kam durch den Niederländer Klaas-Jan Huntelaar in der 62. Minute zum Ausgleich. Nach drei Spielen in der Bundesliga haben die "Königsblauen" nur einen mageren Zähler auf dem Konto und sind zudem im DFB-Pokal ausgeschieden. Nach dem erfolgreichen Champions-League-Ausflug wollte man von der endgültig geschafften Trendwende nichts wissen: "Wir müssen jetzt auch in der Bundesliga zeigen, dass wir uns verändern wollen", betont Weltmeister Julian Draxler.
Deutschland top
Der Länderkampf Deutschland gegen England ging damit klar zugunsten des Weltmeisterlandes aus. Am Dienstag besiegte Dortmund Arsenal mit 2:0, tags darauf kam Bayern durch ein Last-Minute-Tor von Boatengs Bruder Jerome noch zu einem 1:0-Erfolg über Englands Meister Manchester City. Damit zeigen die Deutschen, dass sie auch im Klubfußball ganz oben sind.