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Ein Häufchen Elend nach dem Finale: Bastian Schweinsteiger © Bild: EPA
Bayerns tragische Figuren
20.05.2012

Bayerns tragische Figuren

Champions League: Für Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger war die Finalniederlage gegen Chelsea besonders schmerzhaft.

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Fast wäre Torhüter Manuel Neuer wieder der Held geworden: Elfer gehalten, Elfer verwandelt. Doch statt des zum Greifen nahen Triumphs schlichen die Bayern niedergeschlagen vom Rasen der Allianz-Arena. Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger wurden mit ihren vergebenen Elfmetern zu den tragischen Figuren.Im schmerzhaftesten Moment seiner Karriere schlug Schweinsteiger auch den tröstenden Arm des Bundespräsidenten aus. Joachim Gauck hatte seine rechte Hand bei der Pokal-Zeremonie ausgestreckt, der abwesende Bayern-Profi schlich mit einem leeren, zu Boden gerichteten Blick daran vorbei.

Kurz zuvor waren alle Träume, Sehnsüchte und nun schon langjährigen Ziele des Münchner Mittelfeldchefs beim letztlich entscheidenden Elfmeter am Innenpfosten zerschellt.

"Vize-Saison"

© Bild: dapd

"Wenn ein Spieler in so einem Spiel einen Elfmeter verschießt, dann muss er damit erst mal fertigwerden", erklärte Trainer Jupp Heynckes, der prophezeite: "Es wird sicherlich einige Tage dauern. Aber es gehört einfach zum Fußballerleben dazu. Das heißt Siege, Titel und auch Enttäuschungen."Im Mittelkreis stand Schweinsteiger nach dem Elfmeterkrimi. Neben ihm kauerte Arjen Robben, der gegen die Engländer den zweiten Titel in der "Vize-Saison" 2011/’12 verballerte. Auch im vorentscheidenden Meisterschaftsschlager gegen Borussia Dortmund hatten dem Niederländer vom Penalty-Punkt die Nerven versagt. Zum Elferschießen trat Robben nicht mehr an.Heynckes hatte in der Entscheidung Probleme, fünf Schützen zu finden. Daher trat auch Torhüter Neuer an, der souverän verwertete. "Dann kamen schon ein paar Kandidaten, wo ich nervös wurde", meinte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Mehrere Akteure, darunter Robben, fühlten sich nicht bereit. "Einige Spieler haben sich nicht sicher genug oder selbstbewusst genug gefühlt. Sie fühlten sich nach 120 Minuten müde", zeigte Heynckes Verständnis.

Schütze festgelegt

Uli Hoeneß war die Leere ins Gesicht geschrieben.

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Am noch vor einem Jahr von vielen Fans ablehnend empfangenen Torhüter Neuer, Elfmeterheld in Madrid, lag das Finaldrama nicht. Dagegen musste sich Robben fragen, ob er diesmal nicht besser einen anderen hätte schießen lassen sollen. "Wenn er festgelegt ist als Nummer-1-Schütze, dann schießt er den Elfmeter", erklärte Hoeneß.Mit seinem Ego stand für den Niederländer außer Frage, dass er trotz seines Fehlschusses vom Meisterschaftsfinale in Dortmund und nach seinem haarscharf verwandelten Strafstoß vom Real-Halbfinale auch in der Verlängerung nach Foul von Drogba an Franck Ribéry gegen Chelsea antreten würde. Zu seiner Verteidigung sei gesagt: Es drängte sich auch kein anderer Bayer auf."Total blöd war, dass durch die Verletzung von Ribéry bestimmt drei Minuten vergangen sind, bis er zum Schuss kam. Das ist für einen Spieler keine gute Ausgangsposition", sagte Hoeneß. "Ich habe selber mal einen wichtigen Elfmeter verschossen (Anm.: im verlorenen EM-Finale 1976 in Belgrad), und das muss man sacken lassen. In ein paar Tagen schauen wir, wie es weitergeht."

Freundschaftsspiel

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Weiter geht es für die Bayern bereits am Dienstag. Da steigt in München die Partie zwischen den Bayern und den Niederlanden. Anlass für dieses Freundschaftsspiel ist Robben, der mit der niederländischen Nationalelf 2010 bis ins WM-Finale vorgestoßen war und dann in der Hinrunde verletzt kein einziges Spiel für seinen Klub absolviert hatte. Wegen des Ausfalls hatten die Bayern einen finanziellen Ausgleich vom niederländischen Verband verlangt.Im Anschluss an das Spiel steht für viele Bayern-Spieler die Europameisterschaft vor der Türe. Der deutsche Teamchef Joachim Löw erwartet gleich sieben Bayern im Trainingslager auf Sardinien. Zur Niederlage sagte Löw: "Fußball ist manchmal brutal. Natürlich sind wir jetzt alle enttäuscht und traurig."

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