Die Rollenverteilung beim Trauerspiel
Es war eine Tragödie in drei Akten, die Österreichs Fußballteam bei der EURO in Frankreich aufführte. Schon die Vorzeichen deuteten weniger auf ein Lust- als auf ein Trauerspiel hin. Wenig überzeugenden Leistungen bei den Tests und der Generalprobe gegen die Niederlande folgten beim Turnier Begleitumstände wie Verletzungen. Ein Überblick über die Rollenverteilung der Teamspieler in Frankreich:
Der Pechvogel: Zlatko Junuzovic. Seine EM war nach 15 Minuten praktisch zu Ende, als er sich gegen die Ungarn verletzte. Er hielt im Auftaktspiel noch bis zur 60. Minute durch, danach ging es ab ins Krankenhaus. Doppelt bitter für Junuzovic, da er die EURO-Bühne nutzen wollte, um sich für andere Vereine zu empfehlen, weil er in Bremen nicht mehr spielen will. So aber ist sein vorrangiges Ziel, wieder fit zu werden.
Der Konstante: Julian Baumgartlinger. Beim 0:1 der Isländer verlor er am Mittwoch einen der wenigen Zweikämpfe. Ansonsten war er neben Goalie Robert Almer der Mr. Zuverlässig in Rot-Weiß-Rot und einer der wenigen, die ihre Normalform auch in Frankreich erreichen konnten. Steigerung in Sicht, weil er mit Leverkusen künftig auch Erfahrung in der Champions League sammeln kann.
Der Launische: Marko Arnautovic. Gute Aktionen wechselten sich mit schlechten ab, unterm Strich kam vom England-Legionär zu wenig. Zumal er bei den Tests vor der EM noch einer der auffälligen Akteure war. Er ließ sein wahres Können zu selten aufblitzen und tauchte gegen Ungarn und Portugal unter, als ihn das Team dringend benötigte. Ein teilweiser Rückfall in altes Verhalten.
Der Ausfall: Marc Janko. Er kam nicht fit zur EM und wurde während des Turniers nicht fitter. Ihn hätte Koller an vorderster Front gebraucht, da es keine gleichwertige Alternative zu Janko gibt, musste Koller improvisieren. Das Resultat ist bekannt.
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