Politik/Inland

"Lobby für die Bildung“ will Kindergärten aufwerten

Das Ziel ist klar definiert: Die überparteiliche Plattform zukunft.bildung will eine Lobby für die Bildung sein. Wie man Österreichs Schulsystem fit für die Zukunft machen könnte, wissen die Experten längst. „Dafür muss das Rad nicht neu erfunden werden“, meint Daniel Landau, Lehrer und Obmann der überparteilichen Allianz, zu der so unterschiedliche Gruppen wie die Industriellenvereinigung, die Kindergartenpädagogen, Caritas, Diakonie Greenpeace, oder Elternverbände gehören. „Aus der Bildungsforschung wissen wir, wo angesetzt werden muss. Der erste Schritt zu einem besseren Bildungssystem wäre, die Arbeit in den Kindergärten aufzuwerten. Das heißt: Wir brauchen dort gut ausgebildete Pädagogen, kleinere Gruppen, und ausreichend Platz für die Kinder.“

Schließlich sei die frühkindliche Pädagogik das Fundament der Bildung. „Wenn Sie ein Haus bauen, fangen Sie auch nicht mit dem obersten Stock an, sondern schauen, dass die Basis stabil ist.“ Mit ihrem Fokus auf den Kindergarten vermeidet die Plattform, sich in die ideologische Debatte um die Gesamtschule einzumischen. Außerdem: „In der bisherigen Bildungsdiskussion ging es vor allem um die Reform der Sekundarstufe“, erläutert Landau. „Uns sind besonders Reformen im Kindergarten und in der Volksschule ein Anliegen.“

Arena mit Schmied

Die Reformen umzusetzen – das ist Aufgabe der Politik. Deshalb startet die Plattform am kommenden Donnerstag, 29. November, mit einer Diskussionsrunde ihre Aktivitäten. In der „zukunft.bildung Arena“ treffen Politiker auf Eltern, Kindergärtner, Lehrern, Schülern und Interessierte. Bei diesem ersten Termin werden sich Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) den Fragen stellen – und sie werden dazu deutlich Stellung beziehen müssen. „Dass der Bundeskanzler sich zu bildungspolitischen Fragen äußert, verleiht unserem Anliegen Gewicht“, hofft Landau. „Natürlich wollen wir nach und nach Politiker aller Parteien zu Wort kommen lassen.“

Weiterführende Infos:

www.zukunft-bildung.at

Ort: Haus der Industrie, 3. Wien, Schwarzenbergplatz 4, 29. November, 16 Uhr, Anmeldung an: office@zukunft-bildung.at

„Was würdest du tun, wenn du an der Macht wärst?“ Diese Frage stellte die SP-nahe Aktion kritischer Schüler (AKS) Jugendlichen aller Altersstufen und Schularten.

Laura Grossmann von der Wiener AKS hat die Wünsche zusammengetragen. Sie glaubt, „dass die Schule längst nicht mehr so aussähe wie jetzt, wenn Schüler mitreden könnten.“ Sie fänden es zum Beispiel gut, wenn weniger Geld in die Verwaltung fließen oder die Schule erst um 9 Uhr beginnen würde. Andere wünschen sich, dass es keine Containerklassen mehr gibt und jede Schule gesundes Essen anbietet. Auch auf dem Wunschzettel: Gemeinsame Schule, modulare Oberstufe, moderne Unterrichtsformen und die tägliche Sportstunde. Grossmann und ihre Kollegen überbrachten vergangene Woche die Vorschläge Vertretern des Wiener Stadtschulrats.

Woher nimmst du deine Ideen?“, „Träumst du noch immer davon, Popstar zu werden?“, „ Hast du italienische Vorfahren?“ – KURIER-Kolumnist Guido Tartarotti stand vergangenen Donnerstag den Schülern der achten Klasse des Sigmund-Freud-Gymnasiums Rede und Antwort. Auf der Messe Buch Wien 12 konnten sie beim „Let’s Talk Speeddating“, des Vereins Zeitung in der Schule (ZIS) Autorin Eva Rossmann, Poetry-Slamerin Mieze Medusa, Presserat-Geschäftsführer Alexander Warzilek sowie Journalisten von KURIER, Standard, APA, Kronen Zeitung und Xpress über ihr (Berufs)-Leben befragen. Ziel war es, den Jugendlichen einen Einblick in die Welt der Printmedien zu geben. Seit 17 Jahren organisiert der Verein Workshops und Seminare für Schüler und Pädagogen.
Entgegen vieler Tendenzen in Richtung Online-Medien zeigte sich, dass die Jugen nach wie vor gerne zu gedrucktem Papier greifen. „Auf dem Weg zur Schule schaue ich am Handy nach, was es Neues gibt, aber am Wochenende lese ich immer Zeitungen,“ sagt die 16-jährige Theresa. Themen aus Chronik und Sport interessieren sie und ihre Freundin Mira am meisten. Am Ende des Tages war Theresa nicht die Einzige, die am Beruf der Schreiber-Zunft Gefallen fand.