Kindergeld-Wechsel: Wenig Interesse
Nur 184 Menschen haben die Möglichkeit genutzt, die Variante zu wechseln.
Die seit Jahresbeginn bestehende Möglichkeit, die Kindergeldvariante noch einmal zu ändern, ist kein Renner: 184 Personen haben diese Möglichkeit bisher genutzt, wie aus einer Anfragebeantwortung durch Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) hervorgeht. Die Grünen fordern, dass die Frist für einen Wechsel geändert wird. Seit 1. Jänner können Eltern binnen 14 Tagen ab dem tatsächlichen Einlangen des ersten Antragsformulars beim Krankenversicherungsträger eine einmalige Variantenänderung beantragen. 0,4 Prozent aller Antragsteller haben dies laut Anfragebeantwortung seither (Stichtag 11. September) getan.
Frist bleibt
Die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol schlägt vor, dass die Frist für die Änderung erst dann zu laufen beginnt, wenn man das entsprechende Mitteilungsschreiben vom Krankenversicherungsträger bekommt. Karmasin erteilte diesem Vorschlag eine Absage: Dann müssten nämlich alle Mitteilungsschreiben eingeschrieben verschickt werden, was unter anderem 170.000 Euro jährlich mehr kosten würde. Angesichts der geringen Anzahl wechselwilliger Eltern halte sie daher eine Gesetzesänderung "derzeit für nicht vertretbar".
Musiol empfindet Karmasins Antwort als "unbefriedigend und zynisch", wie sie der APA sagte. Denn ein Irrtum könne jedem passieren, oft werde dieser auch erst bemerkt, wenn die Mitteilung kommt, welche Variante gewählt wurde. Und man habe eben von Karmasin nicht erfahren, wie viele Eltern gern gewechselt hätten, aber nicht mehr konnten, weil sie den Irrtum zu spät bemerkt haben.