Politik/Inland

Chat GPT: FPÖ will KI-Führerschein für Schulen

Mit Künstlicher Intelligenz und allen voran dem Sprachmodell Chat GPT befasst sich nun auch die FPÖ. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch spricht sich der freiheitliche Bildungssprecher Hermann Brückl für den Einsatz von Chat GPT in Schulen aus. Die Technologie sei mit dem Einzug des Taschenrechners in den 1970er Jahren vergleichbar, sagt Brückl. Er betont aber auch die freiheitlichen Sorgen bezüglich der neuen Technologie.

"Schüler sollen Chat GPT nutzen können, aber auch lernen, wie man es kritisch hinterfragt", sagt Brückl. Das heiße konkret: "Sie sollen selbst Erfahrungen machen, wo KI in der Bildung wichtig und sinnvoll ist, und wo nicht."

Gleichzeitig warnt die FPÖ aber auch vor Gefahren durch die Technologie. Weil etwa Chat GPT nur auf ältere Daten (aktuell reicht der Wissensstand von Chat GPT bis 2021) zurückgreifen kann, drohe die Gefahr, "dass falsche und richtige Informationen vermischt werden könnten", sagt FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl.

KI-Führerschein für Schulen

Eine Technologie wie Chat GPT könne in den Schulen aber auch als Unterstützung für Pädagoginnen und Pädagogen gesehen werden, etwa durch die Erstellung von Lehrmaterialien. Gleichzeitig könnten Lehrer "beurteilen, wie Schüler die Informationen verarbeiten und wie kritisch Kinder KI hinterfragen können".

Die FPÖ schlägt vor, Künstliche Intelligenz in den Unterricht zu implementieren - mit einem KI-Führerschein. Dieser sollte von Lehrkräften ausgestellt werden, wenn Kinder vorweisen können, dass sie mit der KI umgehen können. Die FPÖ appelliert an den Bildungsminister, rasch Maßnahmen zu setzen.

Die FPÖ bezeichnet sich bei der Pressekonferenz selbst als technologieaffine Partei, die den Mehrwert der Technologien für die Gesellschaft "in den Mittelpunkt des Handelns stellt", sagt  Gerhard Deimek, FPÖ-Technologiesprecher. Das kommende Jahrzehnt werde das Jahrzehnt der Künstlichen Intelligenz, so wie die 1990er und 2000er Jahre die Jahrzehnte des beginnenden Internets gewesen seien.

Österreich sollte bei dieser Technologie "vorne mit dabei zu sein, weil wir Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren", sagt Deimek. Daher müsse Österreichs Politik Bewusstsein für drei Aspekte schaffen, sagt Deimek:

  • für die Möglichkeit des Einsatzes der Technologie in Industrie/Produktion und Bildung
  • Technologie kostet Geld für Firmen und den Staat in Form von Förderbeiträgen
  • für die Risiken, die KI bergen könnte

Die Risiken sieht die FPÖ etwa bei öffentlichen Bürgerdaten - diese gehörten geschützt. Deimek fürchtet zudem, dass es durch den Einsatz der Technologie, die auf digitale Daten im Netz zurückgreift, möglich sei, Wirtschaftsspionage zu betreiben. Die öffentliche Hand müsse daher Regulative schaffen, um Wirtschaft und Bürger zu schützen.

Außerdem brauche es rechtliche Klarstellungen. So müsse etwa sichergestellt sein, dass alle Personen, die solche Systeme betreiben, dafür auch die Verantwortung übernehmen müssen. Als Beispiel nannte Deimek Ärzte. Abschließende Entscheidungen müssten außerdem immer von Menschen getroffen werden - diese dürften nicht an Maschinen ausgelagert werden.