Die Unis neu gründen
Hohe Schulen verkommen, Fachhochschulen gedeihen - dank klarer Regeln.
Österreichs Unis zählen zu den Top 3 - aber nur beim Zulauf internationaler Studenten, so die jüngste Erhebung der OECD. Jeder, der zu Semesterbeginn eine Uni aufsucht, weiß: Das ist - leider - kein Kompliment. Denn international ist es längst üblich, den Zugang zu höherer Bildung per Aufnahmetests zu steuern. An den heimischen Hochschulen bleibt die Zeit weiter stehen. Anfang der 70er-Jahre wurden sie für alle aufgemacht. Das war historisch richtig und wichtig. Heute halten die Erben Kreiskys noch immer die Doktrin hoch, jeder soll studieren können, wo, was und so lange er will. Das hehre Ziel scheitert an der widrigen Realität: Statt damals 50.000 bevölkern heute 300.000 Studenten die Unis - "Flüchtlinge" aus dem gestrengeren Ausland inklusive.
Mitten im Uni-Chaos blühen und gedeihen die Stiefgeschwister der Unis, die Fachhochschulen. Mitte der 90er-Jahre gegründet, haben sie alles, was für Faymann & Rudas des Teufels ist: Eignungsprüfungen sind obligatorisch, Studiengebühren möglich. Ergebnis: Fachhochschüler studieren schneller, finden rascher einen Job und starten mit einem besseren Gehalt. Hoch an der Zeit, die im Chaos versinkenden Universitäten nach Vorbild der Fachhochschulen neu zu gründen - ohne Scheuklappen und mit Zugangsregeln.