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Ägypten
24.01.2014

Terror in Kairo am Vortag des Revolutionsjubiläums

Statt Feierlichkeiten zum dritten Jahrestag der Demos gibt es Tote. Reisewarnung für Kairo.

Am Samstag, vor genau drei Jahren, war es die Hoffnung, etwas „Unmögliches“ zu schaffen, die Tausende Ägypter auf die Straße trieb. Sie demonstrierten ab dem 25. Jänner, dem Nationalen Tag der Polizei, gegen die Willkür und Gewalt der Sicherheitskräfte, die für ihre Brutalität bekannt waren. Und gegen das Regime des Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak. Wie ein paar Tage zuvor der tunesische Präsident Zine el-Abidine Ben Ali, wurde am 11. Februar auch der ägyptische „Pharao“ gestürzt. Danach erhoffte man sich „Freiheit“, „Würde“, „Brot“ und „Demokratie“.

Heute sind genau drei Jahre vergangen, seit die jungen Menschen friedlich am mittlerweile weltberühmten Tahrirplatz zu demonstrieren begonnen haben. Zwei Präsidenten hat der riesige nordafrikanische Staat seit Mubarak gesehen. Drei Verfassungen. Dutzende Massendemos. Hunderte Tote.

Frust statt Hoffnung

Von den Forderungen der Jugendbewegung, die den alten Präsidenten gestürzt hat, ist drei Jahre später nur wenig übrig. Wer heute demonstrieren geht, der geht nicht aus Hoffnung oder weil er glaubt, etwas ändern zu können – sondern aus Frust oder Fassungslosigkeit. Viele andere wünschen sich endlich Stabilität und Ruhe in Ägypten, damit sich die marode Wirtschaft endlich erholen kann.

Eine neue Verfassung wurde letzte Woche dem Volk zur Abstimmung vorgelegt. Laut Behördenangaben waren rund 98 Prozent der abgegebenen Stimmen positiv. Doch nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung hatte am Referendum teilgenommen.

Dass in Ägypten – sowohl unter der gewählten Muslimbrüder-Regierung als auch unter den vom Militär gestützten säkularen Machthabern – anscheinend immer ein Teil der Bevölkerung zu kurz kommt, lässt die Hoffnung auf Ruhe schwinden. Vier Anschläge machten das am Freitag deutlich. Die vorläufige Bilanz: Sieben Tote, 100 Verletzte. Zu einem der Anschläge bekannte sich die El Kaida-nahe Gruppe Ansar Beit al-Makdis. Die Schuldigen sucht die Regierung unter den Muslimbrüdern.

Aufgrund der Sicherheitsbedenken sprach das österreichische Außenamt eine Reisewarnung für Kairo und andere ägyptische Großstädte aus. Vor allem von Sicherheitseinrichtungen solle man sich fernhalten.

Gleichzeitig versuchte der Übergangspremier Hazem el-Beblawi in Davos beim Weltwirtschaftsforum einen schier unmöglichen Brückenschlag: Parallel zu den aktuellen Meldungen aus seiner Heimat wollte er die Wirtschaftsmächte überzeugen, dass Ägyptens Demokratie auf festen Beinen stehe. Gegen ein neuerliches Militärregime sei sein Land immun – seit genau drei Jahren, so der Premier.