Schwarzenberg attackiert Zeman: "Wie 1933"
Die Mitte-Rechts-Regierung war über eine Korruptionsaffäre um Premier Petr Necas gestürzt. Dieser bekannte sich nun zur Beziehung mit seiner inhaftierten Bürochefin.
Der tschechische Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg fühlt sich durch das Vorgehen von Staatspräsident Milos Zeman, der diese Woche am Willen des Parlaments vorbei eine neue Regierung angelobt hat, an die Machtergreifung der deutschen Nationalsozialsozialisten im Jahr 1933 und jene der tschechischen Kommunisten im Jahr 1948 erinnert. "Das ist ein Griff nach der Macht", sagte Schwarzenberg der Kleinen Zeitung.
„Als älteres Semester, das Diktaturen erlebt hat, werde ich dagegen mit aller Macht kämpfen. Wir verteidigen die Legalität der Republik mit vollem Einsatz", betonte der 75-Jährige. Schwarzenberg warf dem Staatspräsidenten vor, eine "rein formelle Interpretation" der Verfassung zu pflegen. Eine solche "haben in der Vergangenheit schon einmal diverse Herrschaften genützt, um zur völligen Macht zu kommen: im Jänner 1933 in Deutschland und im Februar 1948 in der Tschechoslowakei".
Schwarzenberg war dem früheren sozialdemokratischen Regierungschef Zeman (1998-2002) im Stichentscheid zur tschechischen Präsidentenwahl Ende Jänner unterlegen. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten im März kam es zu einem Konflikt um die Ernennung neuer tschechischer Botschafter. Außenminister Schwarzenberg wollte Zemans Wünschen in diesem Bereich nicht nachkommen.
Necas bekennt sich zu Beziehung
Nun gab auch Ex-Premier Necas die Liebesbeziehung zu seiner Ex-Büroleiterin Jana Nagyova, die auch in die Korruptionsaffäre verwickelt war, zu. "Ich habe eine Beziehung mit Jana Nagyova", sagte Necas am Samstag der Zeitung Pravo. Auf diese Beziehung verlasse er sich "für die Zukunft". Zudem unterstütze er Nagyova, die seit Mitte Juni inhaftiert ist.