Schotten machen Stimmung für Unabhängigkeit
Im nächsten Jahr stimmt Schottland über die Loslösung ab - das große Prestigeprojekt von Regierungschef Salmond.
Ganz Großbritannien ist eine Einheit - ganz Großbritannien? Nein! Unbeugsamen Schotten ist es zu verdanken, dass seit einiger Zeit die Rede von der Unabhängigkeit ist. In zehn Monaten soll darüber abgestimmt werden, ob Schottland sich von Großbritannien abspaltet und danach als eigenes Land fungiert - in allem eigenständig, bis hin zur eigenen Olympiamannschaft.
Schottland gehört seit 1707 zur britischen Krone und genießt seit 1997 weitreichende Autonomie. Die schottische Regierung ist bisher zuversichtlich, dass das Volk am 18. September 2014 für eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich stimmt. Das Problem nur: Die Mehrheit der Schotten will das gar nicht. Derzeit tritt nur ein Drittel dafür ein. Die britische Regierung und Opposition sind strikt dagegen.
Humoristischer Zugang
In Großbritannien ist die mögliche Loslösung freilich ein großes Thema. Der Telegraph nutzte die Aufregung, um das britisch-schottische Verhältnis aufs Korn zu nehmen und zählte auf, was die Insel verlöre, wenn Schottland eigenständig wird. Da werden etwa Haggis aufgezählt - die berüchtigte Mahlzeit aus Hafer,Leber, Herz und Lunge - Braveheart oder Bond-Prototyp Sean Connery.
Chronologie
1997: Bei einem Referendum stimmt eine Mehrheit für ein schottisches Regionalparlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs.
1999: London überträgt weitere Rechte an das schottische Regionalparlament.
Mai 2007: Die linksliberale Schottische Nationalpartei SNP gewinnt die Wahlen und bildet eine Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Alex Salmond.
Februar 2010: Die Regierung stellt erste Weichen in Richtung Unabhängigkeit. Wähler sollen in einem Referendum zwischen neuen Rechten für das schottische Parlament oder der vollen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich entscheiden.
Jänner 2012: Salmond kündigt das Referendum für Herbst 2014 an. Der britische Schottland-Minister Michael Moore erklärt, die schottische Regionalregierung könne aus rechtlichen Gründen nicht im Alleingang zu einem Volksentscheid über die Unabhängigkeit aufrufen.
Mai 2012: Die maßgeblich von der SNP getragene schottische Unabhängigkeitsbewegung startet ihre Wahlkampagne "Yes Scotland". Die Regierung in London, die strikt gegen eine Abspaltung Schottlands ist, startet eine Gegenkampagne gestartet.
Oktober 2012: Der britische Premier David Cameron und Salmond unterzeichnen ein Abkommen, das der Regionalregierung die Befugnis gibt, eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit abzuhalten.
März 2013: Der Termin für das Referendum wird auf den 18. September 2014 festgelegt.