"Roseanne" wird nicht Präsidentin
Stars als Politiker: Schauspielerin Roseanne Barr wollte US-Präsidentin werden. Sie ist nicht der erste Star mit Polit-Ambitionen.
Endlich groß rauskommen. Das hätte die Wiener ÖVP können – wenn Vera Russwurm bloß nicht so viel nachgedacht hätte. Nach dem Nachdenken hielt die TV-Talkerin es für klüger, das Angebot, die Wiener Schwarzen zu übernehmen, abzulehnen. Auch Wolfgang Schüssels zweite Offerte – das Amt der Gesundheitsministerin– lehnte die gelernte Ärztin ab, erzählte sie dem Magazin profil.
Fest entschlossen schien Comedy-Star Roseanne Barr. Die Komikerin, die in den 90ern mit ihrer Sitcom "Roseanne" berühmt wurde, wollte erste grüne Präsidentin der USA werden. Die Grünen entschieden sich nun, lieber eine unbekannte Umweltaktivistin ins Rennen zu schicken.
Humor
Dabei hätte Barr eine wichtige Voraussetzung für den Job mitgebracht: Humor. Steht vielleicht nicht ganz oben auf der Liste der Politiker-Tugenden, erwies sich aber oft als Erfolgsrezept.
Den norwegischen Komikern Johan Golden und Atle Antonsen und ihrer Spaßpartei "Det politiske partider" brachte ihr Humor zwar keinen Parlamentssitz. Im Nachbarland Island erfreut dafür Spaßmacher Jon Gnarr als Bürgermeister von Reykjawik. Und in Italien sorgt Komiker Beppe Grillo für Furore. Er fuhr bei Kommunalwahlen im Mai 2012 mit seiner "Fünf Sterne"-Protestbewegung und dem Anti-EU-Kurs Wahlsiege ein. Ernst meinte es auch Ex-Porno-Darstellerin Cicciolina, die unter ihrem bürgerlichen Namen Ilona Staller Italien in den 80ern im EU-Parlament vertrat.
Western-Stars sind Republikaner
In den USA haben etliche TV- und Leinwandstars den Schritt in die Politik gewagt. Besonders oft zieht es Western-Haudegen zu den Republikanern. Ronald Reagan, 40. US-Präsident (1981–1989), war zuvor erfolgreicher Westernheld.
Charlton Heston wechselte von den "Zehn Geboten" zur National Rifle Association (NRA). Bemerkenswert: Vor seinem Kampf für Waffenbesitz galt Heston als politisch liberal und unterstützte Martin Luther King.
Auch "Dirty Harry" Clint Eastwood ist schwer einordenbar: Als er 1986 in seinem Wohnort Carmel ein Gebäude erwerben wollte, legte ihm die überregulierte Stadtverwaltung Steine in den Weg. Eastwood nahm die Sache in gewohnter "Dirty-Harry"-Manier selbst in die Hand und wurde Bürgermeister. Er gilt als Republikaner, der die Partei jedoch immer wieder vor den Kopf stößt. Das Magazin Du nannte ihn "Die Stimme für alle, die je von zu Hause weggelaufen sind".