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© Bild: Reuters
Syrien
13.11.2012

Ringen um die Zeit nach Assad

EU-Arabische Liga: Syrien-Krise und der palästinensisch-israelische Konflikt beherrschten den Gipfel.

In einer Sache waren sich die Gäste im Generalsekretariat der Arabischen Liga am Kairoer Tahrir Platz einig: Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Arabischen Liga (AL) sind so wichtig wie nie zuvor. Am Dienstag kamen die 27 EU-Außenminister und 22 Außenminister arabischer Staaten zum zweiten Mal nach 2008 zusammen, um diese Beziehungen zu vertiefen. Im Mittelpunkt des Treffens stand das Thema Syrien. Sowohl die Vertreter der EU als auch die der arabischen Staaten sehen die neue Führungsstruktur der syrischen Opposition als positiven Schritt.

„Hoffnungsschimmer“

© Bild: APA
Österreichs Außenminister Michael Spindelegger hob vor allem wohlwollend hervor, dass eine Frau im dreiköpfigen Führungsgremium vertreten ist. Er sagte im Rahmen des Treffens in Kairo: „Das ist ein lang erwarteter Hoffnungsschimmer.“ Eine nach innen und nach außen geeinte Oppositionsspitze sei unerlässlich, um den Menschen in Syrien eine glaubwürdige Alternative zum Assad-Regime zu bieten. Eine „automatische Anerkennung“ könne es aber nicht geben. Die Arabische Liga hat die Oppositionsallianz am Montag offiziell als Vertretung des Landes anerkannt. Eine Entscheidung der EU zum neuen Gremium wird es möglicherweise beim Ministerrat nächsten Montag geben. Deutschlands Außenminister Westerwelle sagte der Allianz seine Unterstützung zu. Gemeinsam will man vor allem eines verhindern: Dass nach einem möglichen (und erwünschten) Ende des Assad-Regimes ein Machtvakuum entsteht, das einen Nährboden für extremistische Kräfte bieten würde.

Bei allem – sehr vorsichtigen – Optimismus beim Thema Syrien äußerte sich der Unmut der Minister besonders über den palästinensisch-israelischen Konflikt. Der Stillstand bei den Verhandlungen mache Angst vor Extremisten. Am 29. November stimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen darüber ab, ob Palästina Beobachterstatus in der UNO erhält. „Wir erwarten 27 Ja-Stimmen“, sagte ein enger Mitarbeiter des AL-Generalsekretärs ElAraby Richtung EU. Für die Liga ist die Aufwertung der Palästinenser ein klarer Fall. Für Europa weniger. Die Mitgliedstaaten haben keinen gemeinsamen Standpunkt. Österreich werde sich „zeitnah“ überlegen, wie man abstimmt, so Spindelegger.

Engere Kooperation

Einig war man sich in den klimatisierten Hallen der Arabischen Liga bei 26 Grad Außentemperatur in Kairo allerdings, dass die Beziehungen zwischen der AL und der EU intensiviert und auch institutionalisiert werden sollten. Westerwelle sagte in einem Interview mit der ägyptischen Zeitung Al-Ahram, die Arabische Liga habe in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie sich mehr Verantwortung bei Konfliktlösungen in der Region aufbürden kann. Sie habe großes Potenzial als Mediator. Auch die arabische Seite begrüßt das Zusammenrücken mit Europa