Obama: "Washington fühlt sich kaputt an"
US-Präsident gesteht in TV-Interview Fehler ein: Die miserable politische Kultur in der Hauptstadt sei die selbe wie vor vier Jahren.
Von seinem Wahlslogan "Hope and Change" ist wenig übriggeblieben. Sein Vorhaben, die USA wieder zu einen und für eine bessere Stimmung zu sorgen, gescheitert. Für US-Präsident
Barack Obama hat das auch mit der politischen Kultur in Washington zu tun: "Washington fühlt sich genauso kaputt an wie vor vier Jahren", gestand Obama am Sonntag im US-Sender CBS. Es sei ihm nicht gelungen "die Atmosphäre hier in Washington so zu ändern, dass sie Anstand und Vernunft der normalen Bürger widerspiegelt".
"Ich habe zweifellos unterschätzt, wie sehr die Politik in dieser Stadt das Lösen von Problemen behindert", sagte Obama. Als US-Präsident habe er gelernt, dass politische Veränderungen länger dauerten als erhofft. Obama hatte 2008 als Präsidentschaftskandidat mit seiner Botschaft von Hoffnung und Wandel die Herzen vieler US-Bürger erobert. Tatsächlich blieben aber viele seiner Reformvorhaben in den Mühlen des Kongresses stecken oder wurden verwässert. Die Republikaner und Obamas Demokraten stehen sich im Kongress unversöhnlich gegenüber.
Angriffe auf Romney werden schärfer
Obama fürchtet angesichts der Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent um seine Wiederwahl - und hat die Angriffe auf seinen designierten Herausforderer
Mitt Romney zuletzt verschärft. Obamas Lager warf Romney am Wochenende vor, für die Verlagerung von Jobs ins Ausland verantwortlich zu sein. Die Vorwürfe gegen Romney konzentrieren sich vor allem auf den Zeitraum 1999 bis 2002, in dem er entgegen eigener Aussagen weiterhin in der Firma Bain Capital tätig gewesen sein soll. Bain Capital soll in Firmen investiert haben, die nach 1999 Jobs ins Ausland verlagerten.
In einem Interview mit dem Fernsehsender Virginia TV lehnte es Obama am Sonntag ab, sich wie von Romney gefordert für die Vorwürfe zu entschuldigen. "Wir werden uns nicht entschuldigen", sagte er laut der Abschrift des Interviews. "Herr Romney behauptet von sich, wegen seiner Erfahrungen als Unternehmer die Wirtschaftsprobleme (der USA) lösen zu können. Ich denke, dass die Wähler also das Recht haben vollständig zu wissen, um was für Erfahrungen es sich dabei genau handelt."
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