Nuklearwaffen: Kurz warnt vor Auswirkungen
Überprüfungskonferenz in New York: Der Außenminister weist vor der UNO auf verheerende humanitäre Auswirkungen hin.
Schon vor dem Hauptsitz der UNO in New York wird sichtbar, worum es geht. Übermannsgroße Plakate sowie eine Ausstellung in der Lobby legen Zeugnis davon ab, wozu der Einsatz atomarer Waffe imstande war und ist. Die Bilder aus Hiroshima und Nagasaki haben sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt.
Verbannt sind die menschenvernichtenden Waffen seit 70 Jahren dennoch nicht. Wiewohl 80 Prozent der Welt nuklearfrei sind, sorgen 20 Prozent für berechtigte Befürchtungen, da niemand die Ausmaße eines erneuten Einsatzes abschätzen kann.
Die alle fünf Jahre stattfindende Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertag, kurz NPT (Non-Proliferation of Nuclear Weapons), in New York hat es sich zum Ziel gesetzt, die Welt atomfrei zu machen. Ein hehres, naives, bisweilen utopisches Ziel? Ein notwendiges, wissen jene 160 Staaten, die sich bis dato zumindest offiziell dazu bekannt haben. Und jene 76 Länder, die den sogenannten Austrian Pledge– ein Statement, das im Zuge der Atomkonferenz in Wien im Dezember entstand – unterschrieben.
Die weltpolitische Lage in Russland, Israel oder dem Iran konterkariert dieses Ansinnen jedoch auf das Äußerste. Die Atmosphäre ist schlecht, die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, gering, heißt es innerhalb der UN-Experten.
Außenminister Sebastian Kurz, der sich dieser politisch äußerst diffizilen Pattstellungen bewusst ist, warnte in seinem Statement vor der UNO in New York am Dienstag einmal mehr vor den humanitären Auswirkungen. "Der einzige Weg, eine atomwaffenfreie Welt zu garantieren, ist, alle Waffen zu eliminieren." Man sei sich auch Jahrzehnte nach Hiroshima der letztgültigen Auswirkungen betreffend menschlicher Gesundheit oder dem ökologischem Fortbestand der Welt nicht sicher.
Die moralische wie ethische Verpflichtung, Atomwaffen zu eliminieren, wie dies Papst Franziskus im Dezember in einem Papier eindrücklich forderte, sei bedeutsamer denn je. Mit dem Bürgermeister Hiroshimas sowie mit Angela Kane, der Untergeneralsekretärin für Abrüstung, traf Außenminister Kurz bei seinem 24-stündigen New-York-Aufenthalt ebenso zusammen wie mit seiner schwedischen Amtskollegin Wallström und dem iranischen Außenminister Sharif, einem wegen der oftmaligen Iran-Verhandlungen in Wien schon alten Bekannten.