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© Bild: Reuters
Auslandserfahrung
22.01.2014

Mehr Geld, mehr Sport: Erasmus startet neu

Das beliebte Austauschprogramm startet in leicht abgeänderter Form neu.

Mit dem neuen EU-Programm Erasmus+ hat die EU mit Beginn des Jahres sämtliche Bildungs- und Jugendprogramme gebündelt und erstmals durch den Sportbereich ergänzt. Insgesamt stehen von 2014 bis 2020 14,7 Mrd. Euro zur Verfügung, der Großteil fließt in den Bildungsbereich, hieß es am Dienstag bei der Auftaktveranstaltung für das neue Programm in Wien.

"Alles neu unter einem Dach, weniger Verwaltung, mehr finanzielle Mittel"

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"Alles neu unter einem Dach, weniger Verwaltung, mehr finanzielle Mittel", fasste Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) Erasmus+ zusammen. Europaweit stehen in den kommenden sieben Jahren rund 40 Prozent mehr zur Verfügung als bisher. Zu Erasmus+ gehören neben den Hochschulprogrammen Erasmus für Studierende und Jean Monnet für die internationale Hochschulkooperation auch andere Bildungsprogramme, etwa Comenius für Schüler bis zur Sekundarstufe II, Leonardo da Vinci für Auszubildende und Grundtvig für die Erwachsenenbildung. Außerdem wird mit Jugend in Aktion erstmals ein eigener Förderbereich Sport eingerichtet.

Der Löwenanteil der Mittel fließt mit 77,5 Prozent in den Bildungsbereich, zehn Prozent stehen für den Jugendsektor zur Verfügung. 3,5 Prozent werden für Garantien für Studiendarlehen aufgewendet, 1,9 Prozent gehen an die Jean-Monnet-Aktivitäten und 1,8 Prozent an den Sport. EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sieht vor allem Vorteile durch das gemeinsame Dach der bisher getrennten Programme: "Viele wussten nicht, welches Programm das richtige für sie ist und wo sie sich bewerben müssen."

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sah ein Problem darin, dass nach der Wirtschaftskrise 2009 "die Mobilität nicht in dem Ausmaß verwirklicht wurde, wie es nötig wäre". So hätten nur zehn Prozent der EU-Bürger mehr als eine Woche in einem anderen Mitgliedsstaat gearbeitet - in Österreich betrage der entsprechende Wert acht Prozent: "Im Bereich des Arbeitsmarkts haben wir die EU noch nicht leben gelernt."

In Mitterlehners Zuständigkeitsbereich fällt mit dem Erasmus-Programm für Studenten das Flaggschiff des EU-Programms. Dieses haben bisher rund 74.000 Studenten in Österreich in Anspruch genommen. Bis 2020 sollen es dann 100.000 sein. Dafür will der Minister in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode mit den Unis festlegen, Auslandsaufenthalte besser in den Studienplänen verankern. Derzeit absolvieren jährlich rund 4.600 Studenten aus Österreich einen Erasmus-Studienaufenthalt im Ausland, dazu kommen rund 1.100 Erasmus-Praktika.

28 Mio. Euro

Nach Österreich fließen 2014 aus dem neuen Programm rund 28 Mio. Euro. 22,3 Mio. davon entfallen auf die Bildung, 3,5 Mio. auf die Jugend. Von 2007 bis 2013 nahmen über 65.000 Studenten, Jugendliche und Lehrkräfte an den Vorgängerprogrammen von Erasmus+ teil, in der Zeit von 2014 bis 2020 sollen es 100.000 sein.

Erstmals unterstützt wird der Sport: Bis 2020 sollen 265 Mio. Euro für Maßnahmen gegen länderübergreifende Probleme wie Spielabsprachen, Gewalt und Doping fließen. Gefördert werden auch Breitensportprojekte, die zu gesellschaftlich wünschenswerten Zielsetzungen wie Geschlechtergleichstellung oder Bewegung für alle beitragen.