Kampf gegen IS: Berlin will 1.200 Soldaten nach Syrien schicken
Die Mission wird der größte aktuelle Auslandseinsatz der deutschen Bundeswehr. 3600 IS-Exekutionen seit Juni 2014.
Die Bundeswehr-Führung will deutlich mehr als 1.000 Soldaten bei der von der deutschen Regierung angekündigten Syrien-Mission einsetzen. "Aus militärischer Sicht wird die für den Betrieb der Flugzeuge und Schiffe notwendige Zahl voraussichtlich bei etwa 1.200 Soldatinnen und Soldaten liegen", kündigte Generalinspekteur Volker Wieker in der Zeitung Bild am Sonntag an.
Damit wird die Mission der größte aktuelle Auslandseinsatz der deutschen Bundeswehr. Nach der Grundsatzentscheidung für eine Beteiligung an der Militäroperation vom Donnerstag arbeitet das deutsche Verteidigungsministerium an den Details. Am Dienstag will das Kabinett entscheiden, und auch die Beratungen im Bundestag sollen nicht lange dauern. Der Einsatzbeginn könne "sehr rasch nach Mandatierung erfolgen", sagte Wieker. Die deutsche Regierung strebe ein Mandat noch in diesem Jahr an.
53 mit dem Tod bestraft
Wie die in Großbritannien ansässige syrische "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" unterdessen mitteile, hat der "Islamischer Staat" seit Ende Oktober mindestens 53 Menschen in Syrien mit dem Tode bestraft, unter ihnen 35 Zivilisten. Den Opfern sei Homosexualität, Spionage, Hexerei, Ehebruch oder Abtrünnigkeit vom islamischen Glauben vorgeworfen worden.
Sie seien seit dem 29. Oktober in den vom IS kontrollierten Gebieten erschossen, enthauptet, gesteinigt, lebendig verbrannt oder von Hochhäusern in die Tiefe gestoßen worden. Die Menschenrechtler, die ihre Informationen von einem syrischen Aktivisten-Netzwerk beziehen, fügten hinzu, dass die Gesamtzahl solcher IS-Exekutionen seit Juni 2014 damit bei fast 3.600 liege.