Prominente für Prostitution: "Manifest der 343 Dreckskerle"

Eine Frau trägt ein weißes Top mit einem roten Anstecker mit der Aufschrift „Fille de joie“.
Frankreich will Besuche bei Prostituierten verbieten – darauf folgte ein Aufschrei von prominenter Seite.

Erfolgsautor Frederic Beigbeder oder Schauspieler Nicolas Bedos sind auf der Unterschriftenliste – und mit ihnen noch 341 andere prominente Gesichter Frankreichs: Mit dem „Manifest der 343 Dreckskerle“ protestieren sie gemeinsam gegen eine geplante Gesetzesänderung, die Besuche bei Prostituierten in Frankreich kriminalisieren will. Bis zu 1500 Euro sollen künftig fällig werden, wird man als Freier erwischt.

Nahaufnahme eines lächelnden Mannes mit hellblauen Augen.
Annecy 2018 Winter Olympic bid President Charles Beigbeder smiles after their bid presentation to the International Oympic Committee member at the Olympic Museum in Lausanne May 18, 2011. The purpose of the briefing is to permit the 2018 candidate cities - Munich (Germany), Annecy (France) and PyeongChang (South Korea) - to inform all IOC members about the technical aspects of their candidatures and to give them an opportunity to put questions before the IOC Session on July 6, 2011 in Durban, South Africa, where the host city will be elected. REUTERS/Denis Balibouse (SWITZERLAND - Tags: SPORT OLYMPICS HEADSHOT)
„Jeder hat das Recht, wie es ihm beliebt seine Reize zu verkaufen - und das sogar zu mögen", so der Grundtenor der Petition, die das MagazinCauseur veröffentlicht hat. "Wir lehnen es ab, dass Abgeordnete uns Normen über unsere Begierde und unsere Lust vorschreiben." Die „Dreckskerle“ verhehlen damit auch nicht, dass sie selbst schon mal bei einer Prostituierten waren: Einige von ihnen seien "zu Huren gegangen, gehen oder werden zu ihnen gehen. Das heißt aber nicht, dass wir Frustrierte, Perverse oder Psychopathen sind, wie es die Anhänger einer als feministischer Kampf verkleideten Unterdrückung behaupten."

„Fass meine Hure nicht an“

Das Motto, unter das die 343 Unterzeichner ihren Protest gestellt haben, lautet „Fass' meine Hure nicht an“ - eine Anspielung auf den bekannten Slogan "Fass' meinen Kumpel nicht an" der Anti-Rassismus-Gruppe SOS Racisme.

Auch das Manifest selbst ist eine Hommage an eine berühmte Protestaktion: Im Jahr 1971 hatte eine Gruppe von 343 Frauen im Kampf gegen das Abtreibungsverbot sich öffentlich dazu bekannt, selbst abgetrieben zu haben. Sie wurden damals als die „343 Schlampen“ bezeichnet, allerdings durchaus im positiven Sinne. Eine dieser „Schlampen“ war Catherine Deneuve, die Verfasserin des Texts Simone de Beauvoir.

Von Seiten der Regierung kommt wenig Verständnis für die Petition – und auch für den Vergleich mit den Abtreibungsgegnerinnen. "Die 343 Schlampen forderten damals, frei über ihren Körper verfügen zu können. Die 343 Dreckskerle fordern das Recht, über den Körper anderer zu verfügen. Ich denke, das bedarf keines weiteren Kommentars", so Sprecherin Najat Vallaud-Belkacem. Ende November soll das Gesetz jedenfalls in der Nationalversammlung beraten werden.

„Wir haben abgetrieben“: Das Bekenntnis prominenter Frauen

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