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UNO-Mission
20.12.2013

Drei Blauhelmsoldaten in Südsudan getötet

Auch zivile Opfer werden befürchtet. Westliche Staaten bringen ihre Bürger in Sicherheit.

Bei einem Angriff auf eine UN-Basis im Südsudan sind drei indische Soldaten der internationalen Friedenstruppe getötet worden. Dies sagte der ständige Repräsentant Indiens bei den Vereinten Nationen, Asoke Kumar Mukerji, am Donnerstag in New York. Es sind die ersten Opfer aufseiten der Friedenstruppe seit Ausbruch der jüngsten Unruhen in dem Land.

Auch Opfer unter Zivilisten möglich

Die Soldaten wurden demnach bei einer Attacke auf das Lager in Akobo in der Provinz Jonglei getötet. In der Basis haben mehr als 10. 000 Menschen Zuflucht gesucht. Die UN befürchten auch Opfer unter ihnen. "Es gibt Hinweise darauf, dass möglicherweise Zivilisten bei dem Angriff verletzt oder getötet wurden", hieß es in einer im Namen von Generalsekretär Ban Ki Moon verbreiteten Mitteilung.

South Sudan's President Salva Kiir gestures during a news conference in Juba December 18, 2013. Kiir said on Wednesday he was ready for dialogue with his rival who he has accused of trying to force him out of power through fighting that has killed up to 500 people and brought the two-year-old nation close to civil war. REUTERS/Goran Tomasevic (SOUTH SUDAN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST HEADSHOT) © Bild: Reuters/GORAN TOMASEVIC
Die vergangenes Wochenende ausgebrochenen Kämpfe sollen bereits Hunderte Todesopfer gefordert haben. Die Auseinandersetzungen hatten sich an einem Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem im Juli entlassenen ehemaligen Stellvertreter Riek Machar entzündet. Die größte Gefahr besteht darin, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen ausweiten. Kiir gehört der in der Regierungspartei und früheren Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) vorherrschenden Volksgruppe der Dinka an, Machar ist ein Lou Nuer. In dem Land gibt es aber noch weitere untereinander verfeindete Völker. Nach UN-Angaben suchen bereits 35.000 Menschen Schutz vor den Kämpfen in UN-Einrichtungen.

Österreichern wird zur Ausreise geraten

Displaced Sudanese civilians arrive to the United Nations Mission in the Republic of South Sudan (UNMISS) compound on the outskirts of the capital Juba in South Sudan, in this December 18, 2013 handout photograph from the UNMISS. Fighting between South Sudanese soldiers spread to the flashpoint town of Bor on Wednesday, raising fears of a broader civil conflict in the two-year-old nation. An official in Bor, north of Juba, said soldiers attacked each other at two military barracks and one journalist said troops loyal to Vice President Riek Machar now controlled them, suggesting violence was increasingly running along ethnic lines. REUTERS/UNMISS/Handout via Reuters (SOUTH SUDAN - Tags: CIVIL UNREST POLITICS SOCIETY CONFLICT) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO SALES. NO ARCHIVES © Bild: Reuters/HANDOUT
Die Angreifer vom Donnerstag sollen Lou Nuer gewesen sein. Die Lage war aber sehr unübersichtlich. "Die Situation ist sehr verworren und verändert sich fast stündlich", sagte ein UN-Sprecher in New York. "Alles ist im Fluss."

Nach Auskunft des Außenministeriums befinden sich einige Österreicher im Südsudan, die meisten wollen laut Sprecher Martin Weiss bleiben. Man sei mit allen in Kontakt, es handle sich um Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder Missionare. Allerdings rät das Außenamt allen sich im Südsudan befindlichen Staatsbürgern "dringend zur Ausreise".

Obama schickt Soldaten

US-Präsident Barack Obama appellierte an die Konfliktparteien, die Spannungen friedlich und demokratisch beizulegen. Kämpfe, die dazu dienten, politische Rechnungen zu begleichen oder die Regierung zu destabilisieren, müssten umgehend gestoppt werden. Zuviel Blut sei bereits vergossen worden.

In einem Brief an die Spitzen des Kongresses teilte Obama zudem die Entsendung von rund 45 Soldaten mit. Diese seien bereits am Mittwoch aufgebrochen, um die US-Bürger und die Botschaft im Südsudan zu schützen.