Freud und Leid
Der Verkaufsrückgang auf dem heimischen Automarkt in den ersten vier Monaten des Jahres und dessen unterschiedliche Auswirkungen auf Händler und Käufer.
Der traditionelle Platzhirsch auf dem heimischen Markt, liegt inzwischen bei knapp 37 Prozent Marktanteil.
Es ist Jammern auf hohem Niveau. Nicht nur angesichts der Lage in anderen europäischen Ländern. Auch wenn die Pkw-Neuzulassungen in Österreich bis inklusive April um 8,8 Prozent geringer ausgefallen sind als im Rekordjahr 2012, bedeutet das immer noch, dass wir statistisch eines der besten Jahre des heimischen Pkw-Marktes erleben. Und das trotz des nicht enden wollenden Winters, der die Kundschaft im sonst traditionell starken März nicht gerade in Kauflaune gebracht hat.
Betrachtet man die Zahlen genauer, zeigt sich aber auch ein Trend, der vielen Händlern stärkeres Kopfzerbrechen bereitet als der moderate Rückgang der Verkaufszahlen. Der traditionelle Platzhirsch auf dem heimischen Markt, die Volkswagen-Gruppe, liegt inzwischen bei knapp 37 Prozent Marktanteil und tut alles, diesen noch weiter auszubauen. Auch wenn man sich offiziell selbst nicht als Rabatt-Treiber sieht, sondern beteuert, nur auf Aktionen der Mitbewerber zu reagieren, ist die Kundschaft aus dieser Ecke des Marktes noch nie mit so vielen Preis-Aktionen selbst bei ganz neuen Modellen umworben worden.
Was sich wie paradiesische Zustände für Auto-Käufer anhört, birgt aber Gefahren für die Branche. In der auch auf Kosten der Händler-Margen geführten Rabatt-Schlacht der Hersteller um Stückzahlen könnten viele Betriebe auf der Strecke bleiben. Was deren Kunden dann wieder weniger freuen dürfte.