Die einzige Stabilität ist die Veränderung
Die digitale Technik verändert nicht nur die Medien, sondern jeden Bereich der Wirtschaft und des Lebens.
Die digitale Technik verändert nicht nur die Medien, sondern jeden Bereich der Wirtschaft und des Lebens.
Es ist noch nicht lange her, da wollte die Wiener Wirtschaft nichts von einer Öffnung der Geschäfte am Sonntag wissen. Es würde bei längeren Öffnungszeiten ohnehin nicht mehr eingekauft, lautete die Argumentation, nur die Kosten für das Personal würden steigen. Der neue Kammerpräsident Walter Ruck sieht das anders. Eine Stadt, die immer mehr vom Tourismus lebt, muss sich auch entsprechend welt - und geschäftsoffen präsentieren. Dazu kommt, dass viele Kaufleute natürlich unter dem Handel im Internet, dem eCommerce mit neuen und gebrauchten Waren leiden.
Die digitale Welt meint es aber nicht immer gut mit uns. Vieles ist im Netz gratis, wie gerade wir Journalisten wissen, vieles auch billiger. Da kann man als Anbieter verzweifelt resignieren, oder einfach besser werden und den Kunden mehr bieten. Das gilt für Apotheken, die unter dem Versand von Medikamenten leiden, ebenso, wie für Taxler, die die Fahrdienste per Internet fürchten.
Die digitale Welt ist ein Massenphänomen, das von jedem von uns mehr eigene Entscheidungen verlangt. Wer sich im Internet nur berieseln lässt, wird Opfer der Werbung, die unser Verhalten im Netz beobachtet und uns zielgerichtet verfolgt. In Ausnahmefällen muss die Politik einschreiten. Kulturminister Ostermayer will mit Recht die Buchpreisbindung auch auf elektronische Bücher ausweiten. Wenn die Leistung von Künstlern verschenkt wird, wird es bald keine mehr geben, außer Massenware in englischer Sprache.
Die Veränderungen gehen manchmal schneller, als wir sie verarbeiten können. Die Eigenverantwortung für jeden Einzelnen wird größer. Und auch wenn in der Stadt die Geschäfte offen sind, kann man sonntags in die Kirche, zum Stammtisch oder in den Wald gehen.