Wir kommen wieder zusammen
Firmenchefs skizzieren ihre Geschäftswelt manchmal auf dem Reißbrett
Firmenchefs skizzieren ihre Geschäftswelt manchmal auf dem Reißbrett, erfinden Abläufe neu, ordnen Veränderungen an – und sind sich dabei der Konsequenzen in der Praxis nicht bewusst. Dann dauert es eine Weile, manchmal Jahre, bis die Wirklichkeit diese Reißbrett-Entscheidungen wieder eingeholt hat. Mühsam nähert man sich dem Punkt, an dem man Jahre zuvor schon einmal war. Zurück zum Ursprung. Mit dem Effekt, dass die diktierte Aktion am Ende mehr gekostet hat, als sie gebracht hat.
Treffen wir uns Praktisches Beispiel: Geschäftsreisen. Wirtschaftskrise, Social-Media-Boom und technischer Fortschritt zum Dank wird man künftig weniger oft das Büro verlassen müssen, nicht mehr vielfliegen, in Züge steigen und Kilometergeld verrechnen, hieß es noch vor wenigen Jahren. Firmen würden bei den Flugtickets und Bahnkarten sparen, man könne sich die Reisezeit schenken, man würde sich nur noch virtuell treffen, videochatten und telefonkonferenzen.Völlig falsch gedacht.
Heute wird wieder eifrig durch die Welt gereist, wird der Kontakt zum Kunden persönlich gepflegt. Der pfeift nämlich gewaltig auf die virtuellen Geschäftsbeziehungen. Was sich – zum Glück – trotz des Fortschritts in der Geschäftswelt nicht geändert hat: Geschäfte werden von Menschen gemacht, Business entsteht durch persönlichen Kontakt, durch Vertrauen und oft auch bei Kaffee, Abendessen und/oder einem Glas Wein (unter Berücksichtigung aller Anti-Korruptionsregeln, versteht sich). Vor allem kleine und mittlere Unternehmen besuchen ihre Kunden wieder häufiger – gut so. Kommen Menschen zusammen, entsteht Stimmung, werden Ideen entwickelt, kann Neues entstehen.
Die virtuelle Alternative kann da nicht mit, maximal dabei unterstützen.