Man ist dabei und macht was draus
Sieben Sekunden. Nach exakt sieben Sekundern stehe ich sozusagen im Büro dieser Person.
Sieben Sekunden. So lange dauert es, um auf dem nicht mehr ganz jungen Bürocomputer den Browser zu öffnen, www.linkedin.com zu tippen und ins Suchfeld Vor- und Nachnamen einzugeben. Nach exakt sieben Sekunden stehe ich sozusagen im Büro dieser Person, kann Foto, Profil, aktuelle Beschäftigung, Ausbildung und Nachrichten der vergangenen Monate studieren, kann darüber nachdenken, welche Nachricht ich meiner Zielperson direkt und unbürokratisch ins Postfach sende. Grandios einfach. Grandios schnell. Wenn auch nicht sehr persönlich.
Dann mach’ ich halt mit
Fakt ist: Die vernetzte Welt funktioniert heute vielfach so. Wer in den professionellen Sozialen Medien – hauptsächlich das deutsche Xing und immer öfter das amerikanische LinkedIn – nicht präsent ist, erschwert sich den Zugang zu Personen der Branche, nützt die zusätzlichen Möglichkeiten des Selbstmarketing nicht, bringt sich letztlich um Jobchancen. Was für karriereaffine Menschen in nur eine Konsequenz mündet: Sie melden sich an. Auch, wenn sie vom System nicht vollkommen überzeugt sind. Sie warten professionell ihr Profil, halten es auf dem neuesten Stand, sehen den regelmäßigen Besuch auf der Webseite als Part of the Job. Und sie machen den Fauxpas meiner Kollegin nicht. Sie, Kollegin Andrea Hlinka, beschäftigt sich seit Tagen mit der Coverstory dieser Ausgabe, versprüht enthusiastisch den Social-Media-Spirit, zwingt uns zur Anmeldung, recherchiert sich tief ins Thema hinein. Um im Interview mit dem Social-Media-Experten Folgendes zu hören: „Lieber gar kein Auftritt als ein schlechter. Wink mit dem Zaunpfahl: Auf XING haben Sie, Frau Hlinka, noch Ihr AUA-Profil. Tipp: Löschen oder aufwerten.“ – Die Kollegin gelobt Besserung. Bis Samstag. Spätestens. Sie können das gerne nachprüfen