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über Druck, Stress, Überforderung
06.09.2013

Den Blick wieder auf die Menschen richten

In der Krise ist der Blick auf die Mitarbeiter verloren gegangen

Mag. Sandra Baierl | über Druck, Stress, Überforderung

„Der Druck auf diese Leute ist riesig“, sagt der auf Manager spezialisierte Psychologe Manfred Kets de Vries in einem Interview mit dem Spiegel. Oft könnten oder wollten Manager keine Aufgaben an andere delegieren, dann werde der Druck noch größer. Meist fehle den Führungskräften auch die Zeit, über ihr Handeln nachzudenken. „Sie wollen immer handeln, aber es wäre gut, auch mal im Park spazieren zu gehen und zu reflektieren. Letztlich steckt auch in uns Erwachsenen ein Kind, wir haben Fantasie, wollen träumen ...“

Wie geht’s?

Manchen geht das Träumen verloren. In den vergangenen Wochen haben Meldungen von zu Tode gearbeiteten Managern und Praktikanten schockiert. Von Menschen, die an ihrer Vielarbeit zerbrochen sind. Deren Lebensgerüste eingestürzt sind, wahrscheinlich an mehreren Fronten gleichzeitig, die krank wurden, weil alles zu viel geworden ist.

Eine Mitverantwortung tragen hier auch die Unternehmen. Zu einer erfolgreichen Firma gehört ein gutes, professionelles Talentmanagement, das nur solche Menschen nach oben befördert, die diesen Anforderungen auch gewachsen sind bzw. sie auf die Aufgaben gut vorbereitet hat.

Zudem muss es ein Unternehmen interessieren, wie es seinen Mitarbeitern geht. Vielleicht ist im Zuge der Krise der Blick auf die Menschen verloren gegangen. Wenn bei allem Fokus auf Abbau, Umbau und Gewinnmaximierung die Befindlichkeiten auf der Strecke bleiben, ist das aber auch für Unternehmen eine denkbar schlechte Prognose. Ohne Menschlichkeit geht’s nicht. Ohne sie gibt es kein produktives Miteinander, keine kreative Problemlösung, keine langfristigen Erfolge. Nach den anstrengenden Krisenmonaten ist es höchste Zeit, wieder mehr auf die Leute zu schauen. Das beginnt mit einem einfachen „Wie geht’s?“.