Meinung/Kolumnen/Knecht

Kärnten Hofer, Zwetschke Pichler

Dakota Johnson: schön, Kärnten Hofer: nicht so schön. Apple Martin: schön, Zwetschke Pichler: eben.

Doris Knecht
über Babynamen

Ah, Sommer. Die Saison, in der man nachts am Laken festklebt und tagsüber denkt: Mah, es ist extrem schön draußen, aber man kann sich leider gerade nicht bewegen. Ein bisschen Yoga täte so gut, oder eine Runde laufen, oder ins Bad radeln, aber. Zu heiß. Und man muss ja auch arbeiten, was einem auch nicht leicht gemacht wird, denn es ist auch die Zeit, in der sich üblicherweise ein Nachrichtenloch auftut, so groß, dass sogar Kolumnen über Babynamen darin Platz haben.

Denn ob heuer Anna und Tobias die beliebtesten Babynamen im deutschsprachigen Raum sind oder Anna und Lukas, ist ja normalerweise nicht so ein Thema, aber jetzt hat sich ihm selbst der geschätzte Kollege Tartarotti gewidmet. Jetzt wird es hier noch ein wenig ausgewrungen. Weil, interessant: der US-Trend, Neugeborenen keine geschlechtsspezifischen Vornamen mehr zu geben.

Was in den USA natürlich viel einfacher ist, wo Namen wie März, April, Mai und Juni, Norden, Apfel, Pfirsich, Diesel, Vogel, Sonne, Mond und Stern, Himmel, Bär, Tulpe, Blau, Efeu, Savanne oder Sommer als völlig akzeptable Vornamen gelten. Im deutschsprachigen Raum gibt man sich diesbezüglich etwas fantasiearm, aus gutem Grund: Was auf Englisch wahnsinnig poetisch klingt, erzeugt auf Deutsch oft den gegenteiligen Effekt. Um es mit prominenten Beispielen zu illustrieren: River Phoenix: schön, Fluss Sedlacek: nicht so schön. Dakota Johnson: schön, Kärnten Hofer: nicht so schön. Apple Martin: schön, Zwetschke Pichler: eben.

Deswegen wird man sich hierzulande wohl eher dem in den USA besonders unter Promis derzeit beliebten Trend anschließen, den weiblichen Nachwuchs mit einem klassischen Buben-Namen (James, Parker, Harper) auszustatten oder nach Rockstars (Jagger, Dylan) zu benennen. Also Hansi, Franzi, Fritzi, Poldi, Toni, Lois, Gustl oder Alex.

Während in Amerika auch aufgeschlossene Eltern noch zögern, a Boy named Sue großzuziehen. Da schreiten unsere Maria-Männer stolz voran.