Europa von innen: Brüssel lockt mit Super-Euro-Job
Thomas Wieser könnte die Leitung des die Euro-Gruppe-Komitees übernehmen. Finanzministerin Fekter würde ihren Mastermind verlieren.
Er zählt zu den besten Finanzexperten der EU. Thomas Wieser, Chef der Sektion für Wirtschaftspolitik und Finanzmärkte im Finanzministerium, hat in Frankfurt, Brüssel und Washington einen exzellenten Ruf. Selbst Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Kompetenz und Professionalität des Ökonomen öffentlich gelobt. In Brüssel hört man, dass Ratspräsident Herman Van Rompuy den Spitzenbeamten für die Leitung eines permanenten Komitees für die Euro-Gruppe gewinnen möchte. Das wäre ein Super-Euro-Job zur Überwachung und Kontrolle der gemeinsamen Währung. Der Vorsitzende würde auch die zukünftigen Gipfel der Euro-Zone vorbereiten. In Brüssel spricht man bereits "vom wichtigsten Beamten-Job in der EU". Van Rompuy soll nach dem Abgang von Jean-Claude Juncker 2012 Euro-Vorsitzender werden. Für diese Tätigkeit will er die Besten um sich versammeln. Die Bundesregierung müsste offiziell Wieser vorschlagen und sich für ihn einsetzen. Berlin und Paris würden gerne einen Österreicher an der Spitze dieses Gremiums sehen. Wieser ist der Mastermind für Finanzministerin Maria Fekter. Sollte er gehen, wäre die Ministerin bei ihren Sitzungen in Brüssel massiv geschwächt - und damit auch Österreichs Position. Er bereitet inhaltlich für "seine Chefin" die Treffen der 17 Euro-Minister und des Ecofin (Ratstreffen der 27 Finanzminister) vor, verhandelt und räumt Probleme aus dem Weg. In Brüssel agiert er auf Augenhöhe mit Finanzministern. Wieser ist auch der Vorsitzende des einflussreichen EU-Finanz- und Wirtschaftsausschusses. Sollte Wieser gehen, wäre er nicht der erste hohe Beamte, der das Ministerium verlässt. Der Leiter der Gruppe "Steuerpolitik", Universitätsprofessor Gunther Mayr , geht an die Uni-Wien zurück. Martin Hauer, der unter Josef Pröll Kabinettschef war, wechselte als Generalsekretär zur Raiffeisen Holding NÖ-Wien. Fekter verliert "ausgezeichnete Leute", wundern sich viele im Ministerium.