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Anstand und Fairness

Sponsor-Firmen des ÖFB sollten Solidarität mit Marcel Koller zeigen und in dem Gratisblatt nicht mehr inserieren.

Dr. Helmut Brandstätter
über "Österreich"

Marcel Koller bleibt unserem Fußball erhalten. Gut so. Aber über die publizistische Begleitmusik müssen wir noch reden. Das Gratisblatt Österreich wird zwar immer weniger gelesen, aber der Inhalt reicht, um ein ganzes Land zu beschädigen.

Koller sei ein Verräter, dem es nur um „Silberlinge“ gehe, hieß es kurz vor der Vertragsverlängerung, der „Söldner“ soll in die Schweiz geschickt werden.

Das schrieb ausgerechnet ein Söldner des Informationshandels, von dem man laut Gerichtsurteil sagen darf, dass zwischen seiner Schreibweise und Geldflüssen ein Zusammenhang besteht. Dass Marcel Koller jetzt im bunten Gratisblatt regelrecht angeschleimt wird – erfundene Interviews inklusive –, macht die Sache auch nicht unbedingt besser.

Was in der heimischen Politik leider Alltag ist, darf im Sport nicht durchgehen. Da legen wir auf Fairness besonderen Wert, oder?

In diesem Sinn sollten die Sponsor-Firmen des ÖFB Solidarität mit Marcel Koller zeigen und in dem Gratisblatt nicht mehr inserieren. Geldentzug ist die einzige Sprache, die man dort versteht. Und gerade die Sponsoren nützen doch den Sport, um die Werte ihrer Unternehmen hervorzukehren.

Es liegt jetzt an ihnen, ein Zeichen zu setzen. Dann wäre der österreichische Fußball plötzlich richtig vorbildlich.