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Insel Šolta: Notizen am Ende des Sommers

Und dann taucht die Sonne unter, hinter dem vorgelagerten Inselchen ( otočić) Saskinja.

Mag. Uwe Mauch
über die Insel Šolta

Blog Nr. 1139: Auch in diesem Sommer durfte ich auf der kleinen dalmatinischen Insel Šolta Luft holen, eintauchen in die Adria und auftauchen an einem Ort, der anders funktioniert als Wien. Es sind diese Blautöne, vom Meer und vom Himmel, die ich mit in den Herbst nehmen möchte. Gut abgespeichert für jene Monate nach Allerheiligen, in denen wir den Himmel in Wien selten zu sehen bekommen. Es waren erneut kostbare Tage in Maslinica, einem ehemaligen Fischerdorf, das allmählich entdeckt und im Juli und August überrannt wird. Und es waren erneut schöne Begegnungen und Geschichten, für die man sich sonst viel zu wenig Zeit nimmt.

Die Ruhe in den Augen des Feuermelders

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Zum Beispiel die Geschichte vonDenis Brižić: Er ist ein stiller Beobachter im Dienste der Feuerwehr. Doch wenn man am Vormittag zu ihm auf den Aussichtsturm auf der Mala Straža steigt, von wo die halbe Insel und sogar Split, Hvar und Vis zu sehen sind, beginnt der 28-Jährige zu erzählen: Von seiner ersten Heimat, dem kleinen Dorf Kratečko nahe Sisak, seiner Ausbildung zum Jäger und Förster in Karlovac, vom Irgendwann-Dableiben auf der Insel Šolta, der Ruhe des Eilands, den neuen Freunden und den trüben Jobaussichten in seiner zweiten Heimat. Und von der gar nicht naiven Gelassenheit, die den Vater zweier Söhne auszeichnet. Denis blickt kurz von seinem Feldstecher auf, dann sagt er ernst: „Das Leben bietet heute keine Sicherheiten mehr.“

Zwischen dem Weggehen und Wiederkehren

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Renovierungsarbeiten. In diesem Sommer hatteMiki Schultzedie Handwerker in ihrem kleinen Haus in Nečujam. Das Haus diente ihr bisher als Sommerdomizil, und als Erinnerung an ihre Kindheit. Sie hat in Split das Gymnasium besucht und hat dann bald dem politischen System der permanenten Bevormundung den Rücken gekehrt, um in Darmstadt mehr als ihr halbes Leben als ebenso umsichtige wie verlässliche Mitarbeiterin in einem medizinischen Labor zu arbeiten. Seit dem Vorjahr ist sie in Pension. Und die Nachbarn in Nečujam fragen sie, warum sie nicht für immer in ihre alte Heimat zurückkehrt. Doch die Tochter eines Tischlers aus Grohote hat heute ihre Freunde in Deutschland, hat dort eine schöne Wohnung, in der sie auch ausreichend Platz zum Malen hat. Auch eine zweite Heimat gibt man nicht leichten Herzens auf.

Welch’ Wiedersehen im irdischen Paradies!

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Sie sind gemeinsam in Split zur Schule gegangen, waren Freundinnen, doch nach der Matura haben sie sich aus den Augen verloren. Die eine,Lasta Vucetić Barta(im Bild links), ließ sich an der Universität in Zagreb zur Kunsthistorikerin ausbilden und arbeitete fortan als Lehrerin; die andere,Jadranka Kalebić, wurde in Split eine erfolgreiche Anwältin. Doch das Leben hat sie wieder zusammengeführt, in Nečujam, dem Badeort ihrer Kindheit. Wiedersehen im Paradies, in einem irdischen Paradies: Die Freundinnen, die sich jetzt wieder regelmäßig sehen, lachen. Haben gut lachen. Sie haben es sich in der Tat gut eingerichtet. Wo andere nur ein paar Tage Urlaub machen, leben sie übers ganze Jahr.

Schön: Die Insel liebt auch ihre Ingrid

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Sie wollte immer auf einer Insel arbeiten, sagt die Klagenfurter KeramikerinIngrid Fritz. Auf einer ruhigen Insel, die man mit dem Auto (für den Tontransport) gut erreichen kann. Vor acht Jahren kam Ingrid Fritz mit ihrem Mann zum ersten Mal auf die Insel Šolta. Heute sagt sie: „Ich liebe diese Insel.“ Besonders mag sie die Menschen, die sie hier kennen gelernt hat. Aber auch der Wechsel der Jahreszeiten von den ersten kräftigen Sonnenstrahlen im März bis zur Olivenernte im November fasziniert die pensionierte Lehrerin. In diesem Sommer wurde ihre fein konzipierte Ausstellung „Inselkeramik“ in Grohote gezeigt. Die Reaktionen der Šoltaner auf den Punkt gebracht: Die Insel liebt auch ihre Ingrid!

Wehmut und Dankbarkeit am Ende des Tages

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Und dann taucht die Sonne unter, hinter dem vorgelagerten Inselchen (otočić) Saskinja. Ein letztes Mal in diesem Sommer, für uns. Noch einmal die kitschigen Pastellfarben des Himmels und der Wolken mit offenem Mund ansehen und sich einfach nur freuen.Boris Sokol Mihovilović, der malende und musizierende Spezialist für Blautöne, meinte erst vorgestern, dass wir am schönsten Punkt der Insel Quartier bezogen haben. Wir haben ihm nicht widersprochen. Am Ende vermischt sich wie immer ein Gefühl der Wehmut (wieder ein Sommer passé) mit dem Gefühl großer Dankbarkeit. Ein Merci auch meinem Freund und FördererDinko Sule, dem ich viele Gespräche und Begegnungen verdanke!