"quer": Nachrichten auf Bayerisch
Unsere tägliche Begleiterscheinung zum Fernsehabend des Vortages. Diesmal: "quer" - Nachrichten auf Bayerisch, ohne provinziellem Mief.
Nachrichten auf Bayerisch, ohne provinziellem Mief.
Wenn einem hierzulande breiter Dialekt aus dem Fernseher entgegenbellt (Steirer), ist man (meistens unabsichtlich) beim "Musikantenstadl" gelandet, oder - schlimmer - bei "Ein Herz für Österreich" (DJ Ötzi knackchscht freilich eher - Tiroler).
Dass Mundart im Fernsehen freilich nicht nur zu Schunkelmomenten gehört, das beweist zum Beispiel der Bayerische Rundfunk mit einer Vielzahl an intelligent produzierten Sendungen. Da wären zum Beispiel "Grünwald Freitagscomedy" oder die Bürgersendung "Jetzt red i".
In seinem Magazin "quer" schafft Moderator und (eigentlich) Kabarettist Christoph Süß darüber hinaus noch etwas viel Schwierigeres: In mehr oder weniger breitem Bayerisch berichtet er von bayerischer Lokalpolitik - und das ganz ohne provinziellem Mief. An der Politik liegt das nicht: Gestern standen unter anderem der ADAC (gelber Engel), die Deutsche Bahn (in Ohlstadt halten keine Züge mehr), die Energiepolitik von Ministerpräsident Seehofer (fünf Bürgermeister wären sich eigentlich einig: "Wir wollen ein Windrad" - dürfen aber nicht) und ein holländischer Schweinezüchter (der will in Tapfheim eine Schweinefarm mit 3.000 Zuchtsauen bauen) auf dem Programm.
Jetzt wollen wir natürlich nicht den Fehler begehen, von außen die Niederungen der bayerischen Kommunalpolitik zu kommentieren. Darum soll es hier gar nicht gehen. Uns geht es um Christoph Süß, der "quer" mit seinen bissigen, immer süffisanten Kommentaren zu einem der interessantesten Satiremagazine Deutschlands macht - nicht auf einer Meta-Ebene, sondern auf dem knallharten, mitunter jauchegetränkten (man denke bitte an die Schweinefarm) Boden bayerischer Kommunalpolitik. Das soll ihm bitte einmal einer nachmachen. Gerne auch auf Steirisch.
INFO: Jeden Donnerstag, 20.15 Uhr im BR.
Und was haben Sie gestern Abend gesehen? Schimpfen, loben und diskutieren Sie mit.