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© Bild: Vladimir Voronin/Fotolia
Kiku
14.08.2012

Wundersames Körnchen

Sand kann singen, Steine in Pilze verformen und ganze Städte verhüllen. Ohne ihn würde auch dein Computer nicht funktionieren. An manchen Stränden ist er sogar schwarz oder grün. Aber wie kommt der Sand eigentlich ins Meer?

Der Sand, den du an den Stränden im Urlaub findest, hat eine sehr lange Reise hinter sich. Stell dir vor, ein Sandkorn war vor langer Zeit einmal Teil eines großen Berges (oder einer Muschel).
Durch Hitze, Wind und Regen hat sich das Gestein in immer kleinere Teilen zersetzt. Felsgesteine sind in Täler und Bäche gerollt. Die Strömung des Wassers trug davon kleinere Steine ab und trieb sie durch das Wasser. Durch die Bewegung der Wellen schlugen und rieben sich die Brocken aneinander und zerbrachen in kleinere Stücke, bis sie zu Sand zermahlen wurden. Vom Regen wurden die Körner aus dem Fluss ins Meer gespült und schlussendlich ans Land geschwemmt. Daher sind die Strände an den Küsten dieser Welt fast 400.000 Jahre alt. Als Sand wird alles zwischen einer Größe von 0,0063 Millimeter bis 2 Millimeter bezeichnet.

Viele Bewohner

© Bild: Stefan Kraszewski_EPA

Das Sandkorn ist zwar sehr klein, kann aber viel mehr, als viele wissen. Sand besteht   aus dem Mineral Quarz, indem sich das Halbmetall Silizium befindet. Daraus werden  Computerchips gefertigt, die den Rechner zum Laufen bringen.
Quarzsand wird aber auch  zur Herstellung von Fensterglas, Papier, Geschirr verwendet und steckt  sogar in Zahnpasta.
Der Sand, an den Stränden hat  viele Bewohner. Unter einem Badetuch tummeln sich in zwei Meter Tiefe rund zehn Millionen winzige Tierchen. Sie ernähren sich von dem, was die Wellen in den Boden sickern lassen.  Das ist wichtig, weil sie  dadurch den Strand sauber halten.  Was der Sand noch so wundersames kann, erfährst du unten.

Wieso macht Sand geheime Töne?

© Bild: Rosa Frei/Fotolia

Sanddünen bilden sich an Küsten und Wüstenregionen, wenn der Wind über den Boden streift, die Körner zum Rollen bringt und sie mit in die Höhe reißt. Prallen sie wieder auf den Boden, schlagen sie  weitere Körner nach oben. Daraus bilden sich  Sandhügel, die immer höher werden. Die bekannte Sichelform entsteht,wenn der Wind aus einer Richtung weht. Ihre rot-braune Farbe bekommen Dünen vom Eisenoxid, das in der trockenen Wüstenluft entsteht.
Singender Sand  ist ein  Phänomen, das schon seit Jahrtausenden beobachtet wird und noch immer Rätsel aufgibt. Die geheimnisvollen Töne aus dem Sand, ähneln den Geräuschen von Trompeten, Glocken oder Donner. Sie entstehen, wenn kleine Sandlawinen die Dünen hinunterrutschen. Wissenschaftler vermuten, dass durch die Auf- und Abbewegungen der  Körnchen Schwingungen in der Sandplatte entstehen, die Töne erzeugen.

 

Schwimmender Sand

© Bild: Andrea Kusajda/Fotolia

Treibsand sieht auf den ersten Blick, wie ein normaler etwas flüssigerer Sand aus. In ihm steckt aber so viel Wasser, dass die  Sandkörner keinen Zusammenhalt mehr haben. Das heißt die Körnchen, die ineinander verhakt sind, befinden sich in Bewegung und „schwimmen". Tritt jemand auf den Sand, so wird das Wasser durch das Gewicht hinein gedrückt und die Körnchen gehen auseinander.
Pudding Treibsand lässt sich mit Pudding vergleichen, je mehr man ihn rührt desto flüssiger wird er. Lässt man ihn stehen wird er fest. Wenn du also mit deinem Fuß im Sand stecken bleibst, sollst du nicht in Panik geraten. Bleib ruhig stehen, dann wird der Sand wie beim Pudding fest und du kannst dein Bein vorsichtig herausziehen. Dass Menschen, wie im Film langsam vom Sand verschlungen werden, ist nur eine schaurige Fantasie. Treibsand gibt es an Flüssen, in Kiesgruben sowie im Wattmeer an der Nordsee.

Skulpturen"park"

© Bild: Wikimediacommons/Christine Schultz

Es gibt auf der Welt zahlreiche Wettbewerbe, bei denen Menschen Skulpturen aus Sand bauen. Von meterhohen Tierfiguren, Häusern und Schlössern bis hin zu  lustigen Gesichtern. Viel beeindruckender sind aber die Skulpturen, die von der Natur geschaffen wurden.
Steinpilz Der  Fels auf dem Bild hat die Form eines Pilzes und steht in der Weißen Wüste in Ägypten. Sein Baumeister ist der Wind. Jahrelang schleuderte dieser  Sandkörner auf den Felsen und schliff ihn zu einer Form. Die Wissenschaft nennt diesen Vorgang Korrasion oder auch Windabschliff.  Weltweit gibt es zahlreiche interessante Steingebilde, die auf diese Weise entstanden sind. Bei der Formung der Felsen, kommt es  immer auf die Größe der Sandkörner an und in welche Richtung und wie stark der Wind weht. In der Weißen Wüste findet man besonders viele Pilz-Felsen. Die Wüste trägt deshalb auch den Beinamen  Skulpturenpark.

 

Fliegender Sand

© Bild: Ross Franklin

Sandstürme entstehen, wenn heißer, trockener Wind Sand aufwirbelt und ihn mit transportiert. Dabei handelt es sich um besonders feine Teilchen, die  als Staub bezeichnet werden. Der Wind befördert sie über tausende Kilometer aus den Wüsten in und über den Ozean. Wüstenstaub der von Afrika in die Karibik weht, wird von Forschern für das dortige Korallensterben verantwortlich gemacht. Im Süd-Pazifik  wirkt  sich Staub positiv aus. Durch ihn wachsen die Algen um das Zehnfache und liefern den Säugetieren wichtige Nährstoffe.
Sandwolken Für Chaos sorgen riesige Sandwolken, die Straßen und Häuser in Staub hüllen. Das passierte vor einem Jahr in der amerikanischen Stadt Phoenix in Arizona. Der Staub, der bisher am weitesten geflogen ist, stammt aus der chinesischen Takla Makan-Wüste. 20.000 Kilometer wehte ihn der Wind über Ostasien, den Pazifik, Nordamerika und den Atlantik, bis er in Europa landete.

 

Sandtypen

© Bild: Wikimediacommons und beatrice preve/Fotolia

Der Sand, den du vom Strand am Meer oder vom Baggersee kennst, ist meist  beige oder grau. Es geht aber auch bunter, denn Sand kann sich aus vielen anderen Materialien zusammensetzen und verschiedene Farben annehmen.
So wie zum Beispiel der Muschelsand. Er besteht aus hellen, dunklen, kleinen und größeren Teilen von Muschelschalen.
Auf den kanarischen Inseln oder auf Hawaii findest du den geheimnisvollen schwarzen Sand.
Dieser entsteht, wenn dunkles Vulkan-Gestein wie Basalt verwittert. Enthält der Basalt feine gelbgrüne Mineralien (Olivin), so bekommt der Sand an manchen Stellen eine grüne Farbe.
Wenn er hingegen aus hellen, zermahlenen Korallenskeletten oder geriebenen Muschelschalen besteht, sieht er aus wie Puderzucker. Seine reine Farbe erhält der weiße Sand, durch den Kalk, der in den Korallen steckt. Mischt sich der Sand mit den Resten von roten Korallen, Muscheln oder Schneckenhäusern bekommt er eine leichte rosa Farbe.

 

Basteltipp

© Bild: Sandra Lumetsberger

Alles was du  brauchst, ist ein Gefäß aus Glas (es kann auch ein leeres Marmeladeglas oder eine Schüssel sein) etwas Sand und ein paar Mitbringsel vom Strand wie, Muscheln, leere Schneckenhäuser, Korallenstücke und ein Teelicht. Dann schüttest du den Sand ins Glas, platzierst die Kerze in der Mitte und dekorierst sie rundherum mit deinen Schätzen!