"Welt der Steine" - Ausstellung der Lego-Gemeinschaft in Wien-Landstraße mit Bau-Ecken.
von: Heinz Wagner
Millionen von Steinen sind hier verbaut. Allein im originalgetreuen Modell des Bahnhofs von Frankfurt am Main (Deutschland) stecken mehr als eineinhalb Millionen Bausteine. Noch bis 23. März hat die Ausstellung – samt Aktiv-Bereich der Lego-Gemeinschaft Österreich in der Wiener Dietrichgasse, dem ehemaligen Siemensforum – geöffnet.
Am meisten faszinierte Franziska – und teilweise auch ihre Freundinnen Naomi und Sabrilianka – wie Dieter Wirth im ersten Stock auf seinem kleinen Stand Licht in verschiedene Lego-Teile bringt. In wenigen Minuten leuchtet ein kleiner Kamin. Ein kleines LED zwischen 1-noppigen runden Steinchen eingeklemmt, Drähte gelötet, isoliert, mit Schrumpfschläuchen verbunden und an eine Batterie angeschlossen – schon flackert es heimelig. Neben seiner „Bastelwerkstatt“ hat der in der Systemadministration der Personalverwaltung der Stadtwerke Augsburg tätige Bastler und Tüftler Campingbusse mit bunten Lichtern, eine Long-Limousine mit Discokugel usw. ausgestellt.
Angetan sind die drei genannten Mädchen sowie Beniamin, Darius und David auch von den – ebenfalls im ersten Stock „beheimateten“ Tüfteleien des Lego-Mindstorms-Experten Michael Brandl. Während sie der Reihe nach eine Kugel durch ein elektronisch steuerbares Labyrinth rollen lassen, zeichnet der Roboter nebenan einen Globus auf weiße Kugeln. Einen Meter daneben wartet ein aus Affengesicht (natürlich aus den einschlägigen Steinen gebaut) darauf über eine kleine Fernsteuerung Augenlider zu öffnen, Augen zu rollen, den Mund zu bewegen...
Zu ebener Erd‘ gibt‘s noch eine große Bau-Ecke mit Tausenden Steinen und einige Tische, auf denen kleine Quadrate mit Steinen für ein großes Mosaikbild zu verlegen sind.
Das Kernstück der „Welt der Steine“ sind aber die Ausstellungsstücke der Lego-Fans. Alle Modelle – mit Ausnahme des Star-Wars-Kämpfers beim Eingang - stammen von privaten fanatischen Baumeisterinnen und Baumeistern. Im Frankfurter Bahnhof fahren auch Züge ein und aus – manche davon gelenkt über ein Tablet. Die Steuerung dazu wurde vom Elektroniker Andreas Pockberger selbst entwickelt. Seine „BlueSmartControl“ kann nicht nur die Züge selbst steuern, sondern auch Weichen, Schranken, Ampeln... Spezielle für Lego entwickelt, kann sie, so der Erfinder, aber auch bei Fischer Technik, Matador oder Eigenbauten Motoren lenken.
Die Kirche von St. Florian hat sogar echtes Glockengeläut eingebaut, eine andere – work in progess-Kirche ist eine Fantasiekathedrale namens Muntabur. Neben großen bis riesigen Modellen sind in einem anderen Raum aber auch sehr kleine Modelle verbaut – die Kunst dabei liegt darin, die realen Vorbilder trotz Miniaturen noch immer zu erkennen. Hier hat auch der Maschinenbaustudent Stefan Schindler seine Weltraum-Exponate ausgestellt. „ich hab schon immer gern mit Lego gebaut und mich für Technik interessiert. So bin ich zu meinem Studium gekommen. Irgendwann kam auch das Interesse für Raumfahrt. Und so hab ich von spannenden Missionen die Stationen nur mit Legosteinen nachgebaut.