05.09.2013
Hass über Bord werfen
Mirno More bricht zur 19. Tour auf: Gemeinsam friedlich und für den Frieden segeln/Abfahrt aus Wien bei feucht-kaltem Wetter
Ganz zu ruhig wie beim „Stapellauf“ auf dem Wasserspielplatz auf der Wiener Donauinsel wird das Meer vor dem dalmatinischen Küstenabschnitt rund um Split nicht sein. Die eine oder andere ordentliche Brise wünschen sich die 1000 Teilnehmer_innen ja auch, um nicht nur unter Motor fahren zu müssen, sondern auch wirklich segeln zu können.
Mitte September startet die diesjährige (19.) Friedensflotte Mirno More mit mehr als 100 Segelbooten und hunderten Kindern und Jugendlichen mit rund zwei Dutzend Herkunftsländern, unterschiedlichen Religionen, verschiedenen (sozialen) Backgrounds, nicht nur, vor allem aber aus (sozial) benachteiligten Verhältnissen. Für viele ist’s der erste Aufenthalt am Meer, oft der erste Urlaub überhaupt.
Symbolischer Auftakt
Zurück zum symbolischen, eventmäßigen Auftakt der diesjährigen Flotte, dem Stapellauf. Auf dem Wasserspielplatz mitten auf der Donauinsel bei der relativ neuen Inselinfo liegt auch ein flacher „Teich“ mit einem Floß, das per Seilzug hin- und herfahren kann. Auf diesem posierten einmal Desiree (12), Eric (8), Rebecca (8) und Jaqueline (8) gemeinsam mit Mirna Jukić, der vormaligen Weltklasseschwimmerin. Seit sie ihre sportliche Karriere beendet hat, hat sie auch die Zeit, dieses Projekt, das ihr ein Herzensanliegen ist, konkret zu unterstützen. Sie ist nicht nur bei der Flotte selber dabei, sondern packt auch höchst aktiv im Organisationsteam an.
Später wurde noch eine „Mirno-More“-Flagge mit dem internationalen Friedenszeichen aufs Floß gepflanzt und zu Mirna gesellten sich Werner (10), Julia (13), Bajram (11), Rebecca (vom ersten Foto), Dennis (10) und Marcel (10).
Schaukeln
Dennis und Bajram waren wie Sabrina, die nicht aus Foto wollte, schon im Vorjahr mit der Friedensflotte unterwegs. Sabrina (14) meinte über ihre Premiere im Vorjahr zum Kinder-KURIER: „Das Spannendste war das Segeln und das Reinfahren in den Hafen jeden Abend. Wir durften auch selber Steuern und haben bei allem geholfen, auch beim Segel setzen. Dabei hab ich viel gelernt, was für mich ganz neu war.“
Ans Leben auf dem doch – auch beim Schlafen – schaukelnden Untergrund „hab ich mich schnell gewöhnt“, was ihr – wie den allermeisten anderen, die schon je dabei waren, sehr taugt, „du findest schnell Kontakt zu Kindern aus anderen Ländern und von anderen Booten“.
Spaß
Dennis und Bajram schwärmen auch noch von einer kurzen Fahrt mit einem rot gestrichenen U-Boot in Biograd: „Da haben wir sogar Wasserschlangen gesehen.“ Das Steuern fanden sie am Faszinierendsten und gleichzeitig „einfachsten, andere Sache wie mit den Ventilen beim Wasser nachfüllen waren viel schwieriger. Ja und ein bissl Angst hab ich schon g’habt, als das Boot beim starken Wind ganz schief im Wasser gelegen ist“, gibt Bajram zu, was auch Dennis für sich bestätigt, „aber trotzdem hat auch das Spaß gemacht!“