Beim Segeln Vorurteile über Bord werfen
Hunderte Kinder und Jugendliche aus eineinhalb Dutzend verschiedenen Nationen segelten im Zeichen des Friedens. Telefoninterviews mit fünf Kids.
Die 20. Friedensflotte Mirno More neigt sich dem Ende zu. Das große Friedensfest in der Mitte der Woche ist bereits über die Bühne gegangen, die Formationsfahrt – bei der alle 106 Boote mit den insgesamt 950 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam aufkreuzen ist vorbei. Die Schiffe segeln zurück in ihre Ausgangshäfen.
Fünf der Kinder gaben dem Kinder-KURIER telefonisch kurze Eindrücke. Sie alle sind das erste Mal mit bei der Friedensflotte unterwegs, wenngleich die meisten schon mindestens einmal auf einem Segelboot waren.
Neuen Freund gefunden
Mithelfen ist immer gefragt. "Wenn wir anlegen, dann binden wir die Fender an." (Damit Boote nicht aneinander oder an die Kaimauer krachen). Wir haben bei uns am Boot noch nicht Segel selber gesetzt, aber gesteuert schon öfter. Wenn man das gut erklärt kriegt, ist es eigentlich sehr einfach."
"Bei der Disco haben wir auch viele andere Kinder getroffen und uns mit vielen angefreundet. Das schönste bisher war das Schnorcheln mit Freunden in einer Buch. Da hab ich viele Seeigel gesehen und auch Fische."
"Es ist so toll, dass ich gar nicht Heimweh habe, nein überhaupt nicht!"
Übung fürs Mitarbeiten
Beim Mithelfen – "zum Beispiel bei den Fendern reinholen oder beim Segel setzen braucht’s schon einige Übung. Aber wir haben’s schon ein paar Mal geübt und dann geht’s nicht so schwer."
Klemens* (12) ist bei der Friedensflotte "das zweite Mal auf einem Segelboot. Im Sommer waren wir auch in Kroatien. Hier haben wir alle mehr Freundinnen und Freunde und damit auch viel mehr Spaß. Das Mithelfen ist manchmal schon recht streng, wenn man zum Beispiel die Fenderknoten noch nicht so richtig kann. Oder die Heckleine werfen und die Muringleine holen. Aber wir haben schon viel mitgeholfen. Meistens macht das eh Spaß, aber manchmal auch nicht so sehr."
Teamgeist
Hintergrund
Neben viel Spaß, Freude, Begegnungen mit Kindern anderer Kulturen, Religionen… überwinden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei auf spielerische Art oft Vorurteile, üben Teamgeist und Toleranz ein.
Völkerverbindende Schiffbauaktion
Anlässlich des Flottenjubiläums wurde auf Initiative und unter Anleitung des Künstlers Davor Mihalić von Kindern der Friedensflotte ein 2 Meter langes mirno more-Segelschiff aus Holz gebaut, und am Mittwoch den 18.9. in der Marina Kastela feierlich zu Wasser gelassen. Die Idee war es, Kinder des Gastgeberlandes Kroatien (bedürftige Kinder aus Kastela) ein Schiff für alle mirno more-Kinder der freundschaftlichen Länder Bosnien, Serbien und Slowenien bauen zu lassen.
Beim ersten Auslaufen des Schiffs saßen symbolisch jeweils ein mirno more-Kind aus den Ländern Kroatien, Bosnien, Serbien und Slowenien im Schiff.
Reden und anpacken
Die vielfache Schwimm-Medaillengewinnerin und Sportlerin des Jahres Mirna Jukić unterstütz das Projekt Mirno More seit etlichen Jahren nicht nur ideel, sondern durch tatkräftige Mithilfe im Organisationsteam – schon bei der Vorbereitung und packt die ganze Woche an, wo immer was zu tun ist. Sie meint: „Zu sehen wie die Kinder und Jugendlichen zusammen kommen, wie sie sich anfreunden und Zeit miteinander verbringen, wie sie spielen und tanzen,... egal was sie machen, in ihren Gesichtern ist immer ein Lächeln zu sehen. Und das ist so schön! Ich bin froh, ein Teil dieses Projekts und des Teams sein zu dürfen.“