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... Markus Engfer (20) gewann mit seinem Text "Zu zweit ist man weniger allein" die Kategorie Lebensberichte. © Bild: Heinz Wagner
Ohrenschmaus 2012 Preisverleihung
04.12.2012

Fahrkarte statt Behindertenausweis?

Der jüngste Preisträger im KURIER-Gespräch

© Bild: Heinz Wagner
Ob er sich nicht vielleicht künftig einfach eine Fahrkarte kaufen solle statt im Bus seinen Behindertenausweis herzuzeigen, fragt sichMarkus Engferin seinem mit dem Sieg in der Kategorie Lebensberichte prämierten Text beim Literaturpreis „Ohrenschmaus“. Denn welche Behinderung er angeblich habe, wisse er gar nicht, wissen auch jene nicht, die ihm begegnen. „Als kleines Kind so mit vier, fünf hat mich beim Reden kaum jemand verstanden, aber durch viel Üben und Förderung ist das jetzt gar kein Problem mehr“, meint der jüngste der diesjährigen Preisträger aus dem deutschen Rheine.

Am „Welttag der Menschen mit Beeinträchtigungen“, dem 3. Dezember wurden im Wiener MuseumsQuartier zum sechsten Mal diese Preise vergeben, von denen der Juror von der ersten Stunde an, Felix Mitterer, immer wieder betont: „Kein Mitleidsbonus, keine Peinlichkeit – einfach Literatur!“

„So ungefähr mit 17 hab ich begonnen das alles aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht“, schildert Engfer den Beginn seines literarischen Schaffens. „Eigentlich wollte ich zuerst Lieder schreiben, aber ich kann nicht so gut singen.“ Er habe zu der Zeit einmal eine Lesung aus einem Buch gehört, wo jemand sein Leben beschrieben hatte. „Da hab ich dann begonnen davon zu schwärmen, selber auch so etwas zu machen. Ja und so hab ich mich dann hingesetzt und angefangen. Ich schreib zuerst meistens mit der Hand vor und tippe es erst dann in den Computer.“

Neben der Arbeit in einer technischen Werkstatt und dem Schreiben malt Engfer gerne, „manchmal zu Texten, manchmal nur so“.

http://www.ohrenschmaus.net

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