01.02.2013
aneinander - vorbei
Verspieltes Stück über Alltag von Kleinkindern und Erwachsenen
Wunderbar verspielt ist „aneinander – vorbei“. Ein Berg – oder eine Burg (?) aus mittelgroßen und kleineren Kartons beherrscht einen Teil des Teppichs, der hier Bühne ist. Auf niedrigen Bänken sitzt das Publikum u-förmig um das Geschehen. Zunächst zwei Schauspieler_innen – Regine und René – beginnen zwei flach auf dem Boden zusammengelegte Kartons zu entdecken, mit ihnen zu spielen, dann in sie hinein bzw. durch zu kriechen. Passende Geräusche kommen aus der Schachtel-Burg/dem –Berg. Die beiden bauen die Kartonmauern ab – und befreien so den Musiker Martin, der geniale Geräusche und Töne fabriziert.
Alleine!
Regine und René sind mal zwei Kinder, mal je ein Kind und ein/e Erwachsene/r. Und spielen sich durch einen Alltag – mit Wecker-läuten und weiter machen müssen – so die/der ein, lieber aber weiter spielen wollen die/der andere. Auf in den Kindergarten. Ankunft - Jacke ausziehen. „Vater“ will helfen, weil eh schon spät dran, eilig und ungeduldig. „Alleine!“ hält die „Tochter“ selbstbewusst entgegen. Allein der Zipp-Verschluss geht nicht so schnell auf. Immer wieder will „Vater“ helfen. „Alleine!“
Spielwitz
Mit viel musikalisch-rhythmischem Spielwitz spielen sich die beiden vorder- und der Musiker dazu hintergründig durch wohl allen bekannte Alltagssituationen, in denen Kinder und Erwachsene nicht selten, auch wenn sie miteinander wollen, „aneinander“ sind oder mitunter die Wünsche, Träume, Handlungen „aneinander vorbei“ geraten.
Herrlich - auch für die begleitenden Erwachsenen, die oft das hin- und hergerissen-sein durchleben (müssen). Eigentlich sehr faszinierend, dass junge Kinder so im hier und jetzt leben, ins Spiel im Moment versinken können. Und doch: Da warten Termine, mitunter auch andere Menschen…
Premiere
„aneinander – vorbei“ ist übrigens das erste Stück für Kleinkinder, das je in der fast 50-jährigen Geschichte des berühmten Berliner GRIPS-Theaters entwickelt wurde. Und zwar inspiriert von (klein-)kindlichem neugierigem, entdeckenden Spiel vor allem durch viel, viel Improvisation. Was dabei entstand, wurde gefilmt, um sich bei der Auswahl dessen, was wiederholbar ins Programm aufgenommen werden sollte, leichter zu tun. Ein Experiment für dieses Haus – in Zusammenarbeit mit dem Dschungel Wien, wo Theater für jüngstes Publikum schon länger gezeigt und produziert wird.
Infos
aneinander – vorbei
Koproduktion: GRIPS Theater Berlin & DSCHUNGEL WIEN
Koproduktion: GRIPS Theater Berlin & DSCHUNGEL WIEN
Regie: Frank Panhans
Musik: Martin Fonfara
Darsteller_innen: Regine Seidler, René Schubert, Martin Fonfara
Bühne, Kostüm: Jan A. Schroeder
Dramaturgie: Kirstin Hess
Theaterpädagogik: Nora Hoch
Bis 2. Februar und 3.-5. März
Dschungel Wien, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
www.dschungelwien.at
www.grips-theater.de