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Das Sextoy wurde bei der Mailänder Messe vorgestellt © Bild: Mark Sturkenboom
Tabu
28.04.2015

Ein Sextoy namens 21 Gramm

Der Designer Mark Sturkenboom provoziert bei der Mailänder Designmesse mit einer sehr speziellen Erinnerungsbox für Witwen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich ein Andenken an einen geliebten Menschen zu bewahren - mit dieser Erinnerungsbox bricht der niederländische Designer Mark Sturkenboom allerdings sämtliche Tabus: Bei der Mailänder Designmesse stellt er nun einen Glasdildo vor, in dem 21 Gramm Asche des verstorbenen Partners aufbewahrt werden können. Mit 21 Gramm wird auch gerne das Gewicht der Seele beziffert.

Dildo mit Asche von Verstorbenen © Bild: Mark Sturkenboom
Neben dem Dildo kann die Erinnerungsbox Musik abspielen, die man mit dem Partner verbindet, außerdem enthält sie einen Duft-Zerstäuber. Durch das Zusammenbringen nostalgischer Erinnerungen wie das Parfum des Partners mit gemeinsamer Musik will er ein Fenster zu vergangenen Momenten von Liebe und Intimität öffnen. Der Schlüssel zu der Box ist ein Anhänger auf einer Kette.

Sturkenboom erklärte die Entstehung des Objekts so: "Ich habe einer älteren Frau mit ihren Einkäufen geholfen und sie hatte beim Fenster eine Urne mit den Überresten ihres Ehemanns stehen. Sie sprach immer mit so viel Liebe über ihn, aber der Behälter hat diese Liebe gar nicht gespiegelt."

In dieser Zeit hat der Designer Artikel über Witwen, Tabus, Sex und Intimität gelesen und dachte sich: "Kann ich diese Bereiche kombinieren und etwas kreieren, in dem es über Liebe, Sehnsucht und Intimität geht?" Und: Durch die Box könne sie wieder eine intime Nacht mit ihrem Liebsten verbringen. Seine Antwort war die Box, die er "21 Gramm" nennt.

Dem Designer geht es aber auch darum, den Tod ins Leben zu holen, weil er eben Teil des menschlichen Daseins ist: "Ich versuchte, ein neues Fenster zu öffnen, für die Art und Weise, wie man sich an jemanden erinnert. Und einen Dialog zu finden, für all die Gefühle, die entstehen, wenn jemand stirbt. Wir leben zwar in einer Zeit, wo vieles möglich ist. Etwa, wie wir das Leben manipulieren, und auch wie wir aussehen - aber es gibt etwas, das wir noch immer nicht beantworten können: das unvermeidliche Ende des Lebens."