Der "Peace Train" hat Verspätung

Ein älterer Mann mit Bart und Sonnenbrille spielt Gitarre und singt ins Mikrofon.
Cat Stevens singt sich als Yusuf gut gelaunt durch die Epochen seiner Karriere.

Haltestelle: Wien Stadthalle. Yusuf (neuerdings ohne Islam) steht am Bahnsteig (Bühne) vor einer Attrappe eines schnuckeligen Wartehäuschen und wartet auf den " Peace Train". Doch der verspätet sich um Stunden. Zum Glück hat er eine Akustik-Gitarre dabei, die er in friedlicher Absicht gegen die rund 5.000 Menschen im Saal richtet.

Die Sonnenbrille sitzt, der grau-weiß melierte Rauschebart ist korrekt getrimmt, die Laune ist hervorragend, die Stimme geölt und seine ihn durch den Abend begleitend Band in Topform. In der ersten Stunde spielt er sich durch verschiedene Epochen seiner Karriere. Den Beginn machen „The Wind“, "Here Comes My Baby“, "Morning Has Broken" und "Moonshadow", ein paar seiner Dutzend Hits aus seinem Œuvre.

Die Melodien sind einem vertraut und der Text geläufig. Das Mitsingen fällt nicht so schwer: "Lalalala. Oh, I'm being followed by a moonshadow...". Im Hintergrund leuchtet der Himmel, davor wippt sich der 66-Jährige am Hocker leichtfüßig durch den Song. Das Publikum ist zum ersten Mal gerührt. Yusuf hat aber nicht nur Evergreens im Gepäck, sondern auch "Tell ’Em I’m Gone", sein neues, drittes Studioalbum als Yusuf.

Bilder von Yusufs Wien-Konzert

Ein älterer Mann mit Bart und Sonnenbrille spielt Gitarre und singt ins Mikrofon.

SOUNDCHECK "YUSUF (CAT STEVENS)" IN DER WIENER STA
Ein Sänger spielt Gitarre auf einer Bühne vor einer Bahnhofskulisse.

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Ein Mann mit Sonnenbrille und Gitarre tritt auf einer Bühne auf.

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Ein Mann mit Sonnenbrille und Bart spielt auf einem Keyboard.

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Ein Mann mit Sonnenbrille und Bart spielt Gitarre.

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Ein Mann mit Gitarre singt vor einer Bahnhofskulisse.

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Ein Mann mit Bart und Sonnenbrille spielt Gitarre auf einer Bühne.

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Ein Mann mit Gitarre steht auf einer Bühne vor einer Kulisse mit Uhr.

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Ein Mann mit Bart spielt Gitarre auf einer Bühne mit Windmühlenkulisse.

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Leonard Cohen spielt Gitarre während eines Konzerts in Wien.

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Ein Mann mit Sonnenbrille und Bart singt in ein Mikrofon.

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Rockige Versionen

Immer wieder streut er die vorwiegend in Richtung Blues gebürsteten Songs ein. Das Publikum nimmt das zwar gelassen zur Kenntnis, es ist aber vorwiegend gekommen, um in der Vergangenheit schwelgen, sich zurückerinnern an Zeiten, in denen sich der 1978 zum Islam Konvertierte noch Cat Stevens nannte und eine ganze Generation mit kitschigen Schmusenummern prägte. Davon will Yusuf aber nicht mehr viel wissen, streut immer wieder rockige, lässig groovende Versionen dieser Welthits ein. Dafür setzt er sich ans Keyboard ("Last Love Song") oder lässt sich die E-Gitarre bringen.

Nach dem schwungvollen " If You Want to Sing Out, Sing Out" geht es in die Pause. 25 Minuten später geht es munter und abwechslungsreich weiter. Yusuf gibt den freundlichen Geschichtenerzähler und Märchenonkel, der zur Betthupferl-Zeit (Konzertbeginn: 19.30 Uhr) seine persönlichen Lieblingssongs spielt. Auf Zwischenrufe aus dem Publikum reagiert er nicht. "Lady d'Arbanville"?! Sicher nicht! Dafür lieber ein Lied mit Botschaft: „Gold Digger“ aus seinem neuen Album. Oder eine weitere Cover-Version des bereits zu Tode gespielten "You Are My Sunshine".

Nach "Another Saturday Night" von Sam Cooke kommt das Unausweichliche, sein größter Hit: "Father And Son". Das Publikum erhebt sich vor Glück aus den Stühlen. Yusufs Abgang wird euphorisch beklatscht. Und der "Peace Train“? Den hat man versäumt. Egal, die U-Bahn tut’s auch.

KURIER-Wertung:

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