Kultur

"Time"-Magazin ehrt Hanekes "Amour"

Eine weitere Ehre für Michael Haneke: Das renommierte "Time"-Magazin hat "Amour", das bereits in Cannes und beim Europäischen Filmpreis prämierte Drama des österreichischen Regisseurs, zum besten Film des Jahres 2012 gekürt. Auf dem zweiten Platz landete Benh Zeitlins Debüt "Beasts of the Southern Wild" (ab 21. Dezember in Österreichs Kinos), auf Rang drei Ang Lees Bestsellerverfilmung "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" (ab 26. Dezember).

Auf den weiteren Plätzen folgen "Anna Karenina" mit Keira Knightley, das Batman-Finale "The Dark Knight Rises" und Kathryn Bigelows Bin-Laden-Film "Zero Dark Thirty" (ab 11. Jänner).

"Cloud Atlas" als "größter Flop"

Das Magazin kürt traditionell auch die Flops des Kinojahres und wurde dabei ebenfalls in Europa fündig: "Cloud Atlas", das Großprojekt von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschwistern mit Tom Hanks und Halle Berry, landete dabei vor Disneys "John Carter" an der Spitze.

 

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Ein Triumph für die Liebe: „Amour“, das bereits in Cannes mit der Goldenen Palme gekrönte jüngste Werk des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, hat die Europäischen Filmpreise 2012 dominiert.

Haneke selbst wurde am Samstag bei der Verleihung in Malta als bester Regisseur ausgezeichnet. „Amour“ wurde darüber hinaus zum besten europäischen Film des Jahres gekürt. Und die beiden Hauptdarsteller, Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant, bekamen die Preise als beste Schauspieler.

Konkurrenz

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In der Regie-Kategorie setzte sich Haneke gegen vier prominente Konkurrenten durch, u.a. gegen Steve McQueen (der für „Shame“ zwei Preise gewinnen konnte) und Thomas Vinterberg.

Als Regisseur steht Haneke (70) damit nun alleine an der Spitzenposition in der Bestenliste des Europäischen Filmpreises, die er bereits zuvor ex aequo mit Pedro Almodovar mit je zwei Auszeichnungen angeführt hatte. Die Kategorie „Bester Film“ gewann Haneke zum insgesamt dritten Mal (zuvor mit „Cache“ 2005 und „Das Weiße Band“ 2009).

Haneke lässt sich bei Oscars „überraschen“

Der Regisseur selbst gab sich nach der Verleihung recht unaufgeregt: „Ich habe ja schon einige Europäische Filmpreise gewonnen. Das ist jetzt zu Hause der siebente oder achte“, sagt er zur APA. Auch bezüglich etwaiger Oscar-Aussichten für den vielfach gewürdigten Film zeigte Haneke sich zurückhaltend: „Das letzte Mal (2010 mit „Das weiße Band“, Anm.) hat es auch gut ausgesehen und ich habe ihn dann nicht bekommen. Ich kann mich nur überraschen lassen: Wird es eine gute Überraschung, freut es mich, wird es eine schlechte, werde ich auch nicht sterben.“

Georg Leyrer

Der Triumphator im Porträt