Norwegen feiert 150 Jahre Edvard Munch

Am Wochenende eröffnet in Oslo die bis dato umfassendste Munch-Schau.

Wenn Kurator Nils Ohlsen durch die Räume der Osloer Nationalgalerie schreitet, dann kann er vor Aufregung kaum an sich halten. An den frisch bespannten Wänden hängen seit einigen Tagen "Der Schrei", "Die Stimme" und das "Mädchen auf der Brücke", Werke des bedeutendsten norwegischen Malers Edvard Munch, die bisher nie zusammen gezeigt wurden. 270 Gemälde und Zeichnungen sind vom Wochenende (1./2. Juni) an in Oslo ausgestellt - die umfassendste Sammlung von Munch-Werken überhaupt. Die Jubiläumsausstellung "Munch 150" geht bis zum 13. Oktober.

Ein Einblick in das Schaffen Edvard Munchs

Edvard Munchs Gemälde „Der Tanz des Lebens“ zeigt Paare in einer Sommernacht am Meer.

Edvard Munch
Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ zeigt eine Person auf einer Brücke vor einem expressiven Himmel.

Edvard Munch
Edvard Munchs Gemälde „Madonna“ zeigt eine Frau mit roten Haaren, die zwischen Bäumen steht.

Edvard Munch
Drei Mädchen stehen auf einer Brücke in Edvard Munchs Gemälde „Die Mädchen auf der Brücke“.

Edvard Munch
Das Gemälde „Madonna“ von Edvard Munch zeigt eine Frau mit roten Haaren in einem Wald.

Edvard Munch
Ein Gemälde von Edvard Munch, das zwei sich umarmende Figuren in einem Wald zeigt.

Edvard Munch
Ein Porträt eines jungen Mannes mit lockigem Haar und blauen Augen.

Edvard Munch
Ein dunkler Kopf im Vordergrund vor einer verschwommenen Landschaft am Wasser.

Edvard Munch
Ein Gemälde von Edvard Munch zeigt ein nacktes Mädchen, das auf einem Bett sitzt.

Edvard Munch
Ein expressionistisches Gemälde von Edvard Munch mit einem roten Haus und einem Mann mit Bart im Vordergrund.

Edvard Munch
Edvard Munchs Gemälde „Krankenzimmer in der Nacht“ zeigt eine Frau in Weiß vor Häusern.

Edvard Munch
Edvard Munchs Gemälde „Das Mädchen am Strand“ zeigt mehrere Frauengestalten am Ufer.

Edvard Munch
Das Gemälde „Melancholie“ von Edvard Munch zeigt einen Mann an einem Tisch mit einer Weinflasche.

Edvard Munch
Ein Paar steht Rücken an Rücken vor einer expressiven Landschaft.

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Gemälde einer verschneiten Waldlichtung mit gefällten Baumstämmen.

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Eine Gruppe von Kindern geht auf einem Weg in Richtung eines Waldes.

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Das Gemälde „Der kranke Maler“ von Edvard Munch zeigt einen Mann in einem Interieur.

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Ein Gemälde von Edvard Munch, das ein Paar in einem expressionistischen Stil zeigt.

Edvard Munch
Das Gemälde „Männer am Strand“ von Edvard Munch zeigt mehrere nackte Männer am Strand und im Wasser.

Edvard Munch

Drei Jahre haben die vier Kuratoren der Osloer Museen an dieser Jubiläumsausstellung gearbeitet. Herausgekommen sei eine "Once-in-a-lifetime-Ausstellung, die man wahrscheinlich in den nächsten 50 Jahren nicht wieder zu sehen bekommt", sagt Ohlsen.

Ein großer Anteil der Bilder stammt aus den Beständen des Osloer Munch-Museums und der Nationalgalerie. Belebt wird die Sammlung durch zahlreiche Leihgaben. "Wir haben Bilder vom MoMA in New York und von Museen in Mannheim, Essen, Wuppertal, Zürich, Madrid und vielen anderen mehr zur Verfügung gestellt bekommen", sagt der Kommunikationsdirektor des Nationalmuseums, Jean-Yves Gallardo. Mit einigen privaten Sammlern hätte man hart verhandeln müssen, deshalb sei er nun so glücklich, die Ausstellung zusammenbekommen zu haben.

In der ganzen Welt verstreut

Ein Mann fotografiert ein Gemälde in einem Kunstmuseum mit roten Wänden.
epa03724600 A visitor takes cellphone pictures of artworks during a preview of 'Munch 150', an exhibition held to celebrate the 150th anniversary of Norwegian artist Edvard Munch's birth, at the National Gallery in Oslo, Norway, 31 May 2013. The exhibition is said to be the most comprehensive collection of his works ever. EPA/CORNELIUS POPPE NORWAY OUT
Besonders schwierig sei es gewesen, "Die Stimme" aus Boston zu bekommen, erinnert sich Nils Ohlsen. Das melancholische Bild einer Frau im Mondlicht habe das Boston Museum of Fine Arts zuerst nicht herausrücken wollen. "Es war das einzige Munch-Werk, das sie hatten. Erst als wir deutlich machen konnten, dass es zur Urfassung des Lebensfrieses von 1893 gehört, haben wir das Gemälde im dritten Anlauf bekommen", erzählt der Kurator. Einfacher waren da die Verhandlungen mit der Nationalgalerie in Berlin. "Die Berliner besitzen 19 der 21 Werke des Reinhardt-Frieses, und wir haben das Okay bei einer Tasse Kaffee bekommen. Das war wirklich toll."
Weil die 270 Gemälde, Zeichnungen und Lithographien nicht alle in einem Museum Platz finden, wurde die Ausstellung geteilt. In der Nationalgalerie (Nasjonalgalleriet) werden die Werke von 1882 bis 1903 gezeigt, im Munch-Museum (Munch-museet) die von 1904 bis 1944. Die Macher hoffen, diese Komplexität werde ein anderes Licht auf den depressiven Künstler werfen. "Wir wollen weg von den typischen Klischeegeschichten seines tragischen Lebens", erklärt Nils Ohlsen. "Es geht nicht nur um Krankheit, Tod, Eifersucht und Trauer, sondern um die Kunst selbst."

Wegbereiter des Expressionismus

Edvard Munch wurde am 12. Dezember 1863 im norwegische Løten geboren. Seine Kindheit war geprägt von dem frühen Tuberkulose-Tod seiner Mutter und seiner Schwester. Munch selbst war manisch-depressiv, was in seiner Kunst Ausdruck fand. Er gilt als Wegbereiter des Expressionismus und Meister der Melancholie, sein Bild "Der Schrei" gehört zu den teuersten Kunstwerken der Welt. Munch lebte in Paris, Berlin, Oslo und an vielen Orten rund um den Oslofjord. Er starb am 23. Jänner 1944. Zum Jubiläumsjahr veranstalten die sogenannten Munch-Orte Ausstellungen, Lesungen, Rundgänge und Konzerte.

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