Kultur

Nachruf: DJ Avicii hat die Massen zum Tanzen gebracht

Er hat jene Art von Songs geschrieben, die man eigentlich nicht zu kennen glaubt – aber deren Titel alleine schon eine Melodie in den Kopf setzen, die man nicht mehr los wird.

„Wake Me Up“.

„Hey Brother“.

„Waiting For Love“.

Mit diesen drei Songs schaffte es DJ Avicii an die Spitze der heimischen Charts. Er war einer der größten Stars der elektronischen Tanzmusik, und damit der in Europa lange vorherrschenden Populärmusikgattung. Von hinter dem Pult aus hat er, als DJs den Sound auch der Charts bestimmten, die Massen zum Tanzen gebracht. Aus dem Studio heraus hat er einen Hit nach dem anderen produziert. Er kollaborierte mit u.a. Madonna, Coldplay und David Guetta. Avicii gehört zu den weltweit erfolgreichsten DJs und wurde 2012 und 2013 vom „DJ Magazine“ gar zum Besten seiner Zunft gekürt.

 

Tim Bergling, so sein richtiger Name, hatte aber früh dunklere Noten in die heile Fun-Welt der DJ-Kultur, die sonst zwischen Ibiza und Las Vegas von Lasershows, Konfettikanonen und hüpfenden Menschen geprägt ist, gebracht. Schon 2016 hatte er angekündigt, nicht mehr auf Tour gehen zu wollen – aus Gesundheitsgründen. Bergling büßte für den Erfolg körperlich, er musste mehrmals ins Spital.

„Die Szene war nichts für mich“, sagte er damals. „Ich meine nicht die Konzerte und nicht die Musik. Es war immer das Rundherum, das mir einfach nicht lag.“

Und: Sein dichter Zeitplan ließe „zu wenig Zeit für die reale Person hinter dem Künstler“. Er sei eine „introvertierte Person“ und habe „zu viel negative Energie“ abbekommen.

Seiner Musik hörte man das nicht an. Sie war in den Zehnerjahren der Soundtrack für lange Partynächte, Maturareisen oder ausgelassene Hochzeiten, nicht aber für jene Zeiten, in denem man von zu viel Gedankenschwere belastet ist. Und als EDM dann zum Megageschäft wurde, hat sich der Carl G. Jung lesende schwedische Musikproduzent rasch fehl am Platz gefüllt.

Obwohl Bergling - geboren am 8. September 1989 in Stockholm - diesen finanziellen Erfolg auch selbst reichlich erntete: Mehrmals war er auf der Forbes-Liste der bestverdienenden DJs, im Jahr seines Rückzuges (2016) verdiente er 14,5 Millionen Dollar. Seine Songs wurden auf Spotify mehr als eine Milliarde Mal gestreamt.

Tod im Oman

Die Todesnachricht kam am Freitagnachmittag: Bergling wurde, 28-jährig, im Oman leblos aufgefunden. Er hatte in Muskat Freunde besucht, berichtet die New York Times. Über die näheren Umstände des Todes des weltbekannten DJs lagen vorerst keine weiteren Infos vor.

„Die Familie ist am Boden zerstört und wir bitten darum, ihr Bedürfnis nach Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren“, hieß es in einem Statement.

Beileidsbekundungen

Via Twitter äußerten zahlreiche Musiker ihre Trauer über den Tod Berglings.

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