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Kultur
05.12.2011

Kunstgriff: Die verpasste Chance

Österreichs Theaterszene bräuchte Kusej dringender als umgekehrt. Es ist aber typisch, dass er in Österreich politisch zum Problemfall wurde.

Kulturkritiker sind ja keine Kaffeesudleser oder Astrologen (zumindest die meisten davon) - eine Prognose lässt sich aber leichtens abgeben: Das Bayerische Staatsschauspiel wird vom neuen Intendanten rasch ins Spitzenfeld der attraktivsten kulturellen Institutionen im deutschen Sprachraum katapultiert werden.

Martin Kušej ist ein faszinierender Regisseur, sowohl im Musik-, also auch im Sprechtheaterbereich. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch enorme Kraft, Direktheit und intensive Auseinandersetzung mit dem Text aus. Dass er sich aufs Programmieren versteht, hat er schon als Schauspielchef der Salzburger Festspiele bewiesen. Es ist aber geradezu typisch, dass er dadurch in Österreich politisch zum Problemfall wurde. Kušej war - eine fabelhafte Idee des Wiener Kulturstadtrates - kurz im Gespräch für die Leitung der Festwochen.

Als der Plan öffentlich wurde, zementierte der Bürgermeister persönlich Luc Bondy als Intendant ein. Kušej wäre selbstverständlich der logische Burgtheaterchef - allein die Option, dass ein Unbequemer kommen könnte, sorgte aber intern für Unruhe. Österreichs Theaterszene bräuchte Kušej jedenfalls viel dringender als umgekehrt.

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