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Steffen Höld, Barbara Horvath, Simon Zagermann, Myriam Schröder © Bild: Alexi Pelekanos
Hipster entdecken das Bildungsbürgertum
15.11.2014

Hipster entdecken das Bildungsbürgertum

Kritik: "Was es bedeutet, baden zu gehen".

Ein weiteres Boulevardstück zum Thema vegan leben, selber Brot backen und im Bett leider sehr katholisch sein.

Das Gemeine ist: Die Nichtraucher sind wie immer die Unsympathischen.

"Was es bedeutet baden zu gehen" ist der Titel des Stücks von Bastian Sistig, das unter der Regie von Sebastian Schug, der auch die recht einfache Bühne – eine Holzwand – verantwortet, am Freitag im Wiener Schauspielhaus Premiere hatte.

Der Inhalt: Zwei befreundete Paare treffen sich zum Essen. Der Pressetext kündigt an, sie stammten aus dem Milieu des urbanen gebildeten Mittelstandes, was sich jedoch nicht aus deren Konversation erschließt.

Gezeigt wird hier erneut die angeblich allgegenwärtige Langeweile des Bildungsbürgertums – in der Hipster-Version. Von Strindberg, Edward Albee oder zumindest Yasmina Reza ist das Stück jedoch handwerklich weit entfernt. Selbst von Diskursdramatiker René Pollesch.

Die Story ist schnell erzählt, sie erreicht zu schnell erste Höhepunkte: Fünf Minuten nach dem Eintreffen der Gäste bespricht man schon Erektionsstörungen.

Die Fallhöhe zu den restlichen 75 Minuten ist also gering. Die Darsteller (Steffen Höld, Myriam Schröder, Barbara Horvath, Simon Zagermann) ringen tapfer mit den Plattitüden: Sie verbietet ihm das Rauchen, man neidet einander das neue Wochenendhaus. Und am Ende kommt man drauf, wer mit wem ein Verhältnis hatte. Und vor langer Zeit hat einmal jemand zu The Smiths’ "There’s a light that never goes out" getanzt.

Zu diesem Lied sollte allerdings nicht getanzt werden. Lieber zuhören und still leiden.

KURIER-Wertung: