Kultur

Eine Interpretation, die auch unter die Haut ging

Es war ein musikalisch großteils sehr berührender Nachmittag mit der (aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker zusammengesetzten) Hofmusikkapelle und dem Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper Franz Welser-Möst am Pult.

Das gesamte Programm war Werken von Franz Schubert gewidmet, im ersten Teil erklang seine 7. Symphonie, die so genannte „Unvollendete“. Das Orchester musizierte zu dem an Gesten sparsamen Dirigat von Welser-Möst großartig. In der Interpretation besonders gelungen war der zweite Satz mit den buchstäblich unter die Haut gehenden, hinreißenden Soli von Klarinette und Oboe.

Nach der Pause: Schuberts Messe in Es-Dur (D 950), in der bis zum „Credo“ gesanglich ausschließlich der Chor im Einsatz ist. Dennoch waren bedauerlicherweise die mit Leidenschaft singenden Wiener Sängerknaben sowie die Mitglieder des Staatsopernchors auf der Besetzungsliste des Programmhefts nicht erwähnt. Das Argument, dass beide Chöre zur Hofmusikkapelle „gehören“, erscheint hier nicht ausreichend.

Als Solisten überzeugten Peter Lodahl (Erster Tenor), Rainer Trost (Tenor), Robert Holl (Bass), Olesya Golovneva (Sopran) und Hermine Haselböck (Alt). Im „Beneditctus“ waren sie leider stellenweise vom Orchester zugedeckt.

KURIER-Wertung: **** von *****