"Carmen": Auch beim 2. Mal eine Enttäuschung
Nachtkritik von den Salzburger Festspielen: Die Wiederaufnahme des Bizet-Stücks bleibt hinter den Erwartungen. Jonas Kaufmann überzeugte als Don José.
Schon bei den Salzburger Osterfestspielen war diese Produktion von Georges Bizets "Carmen" durchgefallen. Die Wiederaufnahme beim Sommerfestival verlief ebenso enttäuschend. Mit einer Einschränkung: Die Wiener Philharmoniker, an deren Pult Simon Rattle diesmal stand, spielen diese Oper bedeutend besser, empfindsamer, dramatischer als ihre Kollegen aus Berlin.
Magdalena Kožena ist als Carmen weiterhin fehlbesetzt. Sie singt diese Partie schön wie einen Liederabend, aber zu wenig intensiv. Dazu ist ihr Spiel allzu brav, ja bieder. Jonas Kaufmann als Don José hat den nötigen Schmelz, Kraft und dazu Farbenreichtum in seiner Stimme. Genia Kühmeier bekam als Micaëla zurecht den meisten Applaus. Kostas Smoriginas verlor als Escamillo schon bei seiner ersten Arie die Stimme, konnte nach der Pause nur noch spielen und wurde sängerisch von Massimo Cavaletti, der von der Seite aus kraftvoll agierte, ersetzt. Die Regie von Aletta Collins beginnt stark und lässt ebenso nach. Viele Buhs, auch für Kožena und Rattle.
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Hintergrund
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