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Ein Schatz, der Trüffelfreunden das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. © Bild: Alexander Rabl
Weiße Trüffel
12.11.2013

Wo gehobelt wird

Weiße Trüffel – das Original aus Alba im Piemont. Wo man sie bekommt und wo sie am besten schmecken.

Eine alte Weisheit sagt: In guten Weinjahrgängen sind die Trüffel wenig und schlecht. In schlechten Weinjahrgängen sind die Trüffel gut. Zumindest ist heuer ein gutes Trüffeljahr – die weiße Knolle aus dem Piemont (sowie aus Istrien und der Toskana) ist nicht so teuer wie 2012, Trüffelkenner schwärmen auch von der Qualität. Keine Regel ohne Ausnahme: Zumindest die österreichischen Winzer scheinen aber mit der Qualität des Jahrgangs 2013 fürs erste recht zufrieden.

© Bild: cc sa by micurs
Wenn Alberto Stefanelli die Tagliolini serviert, behutsam mit der Gabel zusammenrollt, auf Tellern anrichtet und die Trüffel darüber hobelt, tut er dies mit der Konzentration und Ernsthaftigkeit eines japanischen 3-Michelin-Sterne-Sushimeisters. Die Gäste schnüffeln, ziehen den Duft ein, nehmen den ersten Bissen und formulieren ein kennerhaftes "Ahhh" oder "Ooh".

Das kleine Lokal von Alberto Stefanelli heißt Bacchus (Baccus & Co Margaretenstraße 36 im 4. Bezirk, Tel.: 01/585 66 92), eigentlich eine Vinothek für italienischen Weine aus Toskana und Piemont, und gilt unter Trüffelfans längst als Place-to-be. Sie kommen, weil Herr Stefanelli nicht nur Nudeln zum Trüffel einfallen, sondern auch pochiertes Ei mit Weizen oder andere Dinge. Sehr, sehr authentisch und so kalkuliert, dass man der eigenen Brieftasche auch noch einen zweiten Besuch zumuten kann.

© Bild: Heidegger Fotografie / 6900 Bregenz
Die weißen Trüffel sind diesen Herbst nicht ganz so wahnsinnig teuer wie im vergangenen Jahr, als der Kilopreis locker die 8000er Grenze durchschlug und sich je mehr es Weihnachten zuging, den 10.000 Euro näherte. Stefanelli beschloss vergangenes Jahr, überhaupt keine Trüffel zu servieren, weil er bei seinen Kalkulationen für ein Menü pro Gast nur noch eine oder zwei Scheiben hobeln hätte können. Die pro Gast zu berechnende Menge beträgt so um die 3 bis 5 Gramm. Manche geben sich auch 30 Gramm, je nachdem halt.

Zum einen, um günstiger kalkulieren zu können und zum zweiten, um die frischeste Qualität parat zu haben, serviert Konstantin Filippou weiße Trüffel nur auf 24-stündige Vorbestellung. Dann wird geordert, die Menge wurde vorher in etwa festgelegt, der Gast kann sich über weiße Trüffel in erstklassiger Qualität freuen. Und über eine brieftaschenfreundliche Kalkulation.

Eine immer wieder gute Adresse für den weißen Trüffelschmaus ist das Fabios in den Tuchlauben. Dort kauft man nur die beste Ware und niemand wird behaupten können, dass das dann besonders billig ist. Doch Küchenchef Christoph Brunnhuber weiß, was man zu den begehrten Bodenschätzen des Piemonts kochen muss. Seine Risotti und seine Pasta gehören eh zu den besten der Stadt. Carpaccio für Low-Carb-Adepten gibt es übrigens auch.

Auch Thomas Dorfer, Küchenchef im Landhaus Bacher, zählt zu den besonders oft gelobten Trüffelköchen. Dort gibt es weiße Trüffel mit pochiertem Ei, Erdäpfelpüree und Spinatcrème, soweit die klassische Variante. Kreativkopf Dorfer hat sich aber sicher auch eine neuzeitliche Rezeptur einfallen lassen, soweit kennt man ihn schon.