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Für seine Interpretation gewannMoritz Putzier heuer den Interior Innovation Award. © Bild: /Caspar Sessler
Design
15.08.2015

Studie: "Tolle Küche" wichtiger als Smartphone

Nur kochen war gestern – welche Faktoren heute in der Küchen-Ausstattung zählen.

Die Küche ist das Zentrum eines Haushalts, in dieser Hinsicht hat sich wenig verändert zwischen der urigen "Rauchkuchl", die über Jahrhunderte voralpine und alpine Bauernhäusern prägte und dem hypermodernen, multifunktionalen Küchenblock unserer Tage. Und wo, wenn nicht in der Küche, drängen sich bei Festen die meisten Leute? Egal, wie viel Platz eine weitläufige Wohnung auch bieten mag.

Dennoch ist die Küche immer wieder einem deutlichen Funktionswandel unterworfen. Lange Zeit galt sie der Hausfrau als isolierter Arbeitsplatz, der der Versorgung der Familie diente. In kleinen Wohnungen war der Küchentisch nicht nur der häufig einzige Ort für Gespräche und Nahrungsaufnahme, sondern wurde zum Bügeltisch oder Schreibtisch für Hausaufgaben schreibende Kinder umfunktioniert.

Mehrheit sagt: Küche wichtiger als Handy

Und heute? "Die Küche soll Ausdruck der Persönlichkeit sein. Sie ist Multitasking-Space der Wohnung", sagt Food-Trend-Expertin Hanni Rützler. Da wird sie so geplant, dass sie praktisch zum Wohnzimmer wird: offen, luftig und hochpreisig ausgestattet, um den individuellen Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Bewohner zu entsprechen. "Die Küche von heute hat viele Gesichter und ist ein Statussymbol geworden", sagt Rützler. Laut der Studie "Future Living" hat der Raum rund um den Herd in punkto Wichtigkeit sogar das Auto abgehängt. 57 Prozent der Befragten beantworteten die Frage "Was ist Ihnen wichtiger?" mit: "eine tolle Küche". Für "ein tolles Auto" entschieden sich hingegen nur 29 Prozent. Abgeschlagen hingegen "das neueste Tablet oder Smartphone": für sieben Prozent war es am wichtigsten.

Das nächste hot thing werden mobile und multifunktionale Küchen-Konzepte werden, glaubt Rützler. "Das wird sich ganz pragmatisch durch kleiner werdende Wohnungs- und Haushaltsgrößen so ergeben. Wir werden viel spontaner entscheiden, wo wir essen." Dafür brauche es auch Küchen-Möbel, die nicht nur zum Kochen geeignet sind. Das kann die klassische Einbau-Küche naturgemäß nicht bieten. Daher arbeiten Küchen-Hersteller wie Bulthaup oder Miele längst an multifunktionalen Möbeln. Ein Beispiel dafür ist die Verschmelzung von Ess-, Koch- und Arbeitstischen, die mit wenigen Handgriffen ihre Funktion wechseln können.

Cooking Table

Das schwebte auch dem jungen Designer Moritz Putzier aus Bremen mit seinem "Cooking Table" vor. Für seine Interpretation gewann er heuer den Interior Innovation Award. Die Tischplatte lässt sich so teilen, dass in der Mitte eine Kochplatte befestigt werden kann. Und Küchengerätschaften können einfach seitlich auf Leisten befestigt werden.