Bloom
Die wöchentliche Restaurantkritik von Florian Holzer aus dem Freizeit-Kurier
Und schon wieder ein neues Boutiquehotel in bester Innenstadtlage, das allerdings auch für Menschen, die immer hier leben, interessant sein dürfte. Das Hotel L’Amée leistet sich nämlich einen für seine Dimensionen großen Gastronomie-Bereich aus Café und Bar im Erdgeschoß, Lounge und Bistro im ersten Stock, alle vier vom Architekturbüro BEHF mit reichlich Marmor und Rosenholz in Belle-Époque-Atmosphäre gegossen. Mit etwas Fantasie kommt man sich tatsächlich ein bisschen wie im Wartesaal des Orient Express vor. Die Küche unter dem bisher kaum bekannten Küchenchef Valentin Siglreithmaier gibt sich dafür zeitgemäß: kreativ angelegte Weltküche mit Augenmerk auf aromatische Kontraste, auf Optik und vor allem auf kleine Portionen – selbst Hauptspeisen haben Vorspeisen-Dimension und kosten auch nicht mehr. Sehr zu empfehlen etwa die Kopfsalat-Creme mit Croûtons und Dotter (3,90 €) oder die besonders gut abgestimmte schwarze Linsensuppe mit Specktasche (5,90 €). Der Kartoffelsalat zum Mini-Backhendl war fantastisch (8,90 €) und das im Vakuum gegarte Strohschwein-Filet mit angenehm süß-saurem Gratin wirklich ausnehmend gut (9,90 €). Bemerkenswert: Neben Weinbegleitungen gibt es auch solche mit Tee und neuen, heimischen Kreativ-Bieren.
Café Bar Bloom,
Wien 1, Rotenturmstr. 15,
T 01/532 22 44,
Mo-Sa 7.30-01,