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© Bild: Unsplash | Kaysha
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07.11.2023

Glücksspiel in der DACH-Region: Wird in Österreich am meisten gezockt?

Nachdem zuletzt Deutschland im Jahr 2021 mit der Legalisierung von Glücksspiel (virtuell) nachgezogen war, ist die gesamte DACH-Region im Spielfieber.

Auch in Österreich ist es unter staatlichem Monopol möglich, vor Ort oder im Online Casino Österreich zu zocken und die Menschen machen davon Gebrauch. Es ist die Faszination des Nervenkitzels, die Fans von Spielautomaten und Co. immer wieder abholt und mitnimmt. Aber sind die Österreicher tatsächlich das umsatzstärkste Land in der DACH-Region und wird hier am meisten gezockt? Wachstum in Österreich ist nicht erst seit jüngster Zeit spürbar.

Für Österreich war die staatliche Legalisierung des Glücksspielmarktes ein Segen. Der Ruf dieser Branche war nicht immer optimal, wie das nachfolgende Video eindeutig belegt. Zu oft waren illegale Spielstätten im Fokus, die von der Polizei ausgehoben wurden.

Dass das Land richtig agiert hat, zeigt das Wachstum der Glücksspielbranche eindeutig. Schon seit 2016 gab es immer weiter wachsende Zahlen, wobei seriöse und legale Anbieter aus Österreich und dem EU-Raum klar dominierten. Mit Beginn des Wachstums waren nur wenige Glücksspielofferten mit einer österreichischen Lizenz versehen, was sich ändern musste. Mehr und mehr Anbieter entscheiden sich dafür, sich im Land selbst lizenzieren zu lassen und befeuern damit das weitere Wachstum.

Dass es sich nicht um ein junges Phänomen handelt, zeigt auch ein Blick auf das Jahr 2018, wo bereits ein jährlicher Bruttospielertrag von 1,9 Milliarden Euro gewonnen werden konnte. Mit der zunehmenden staatlichen Kontrolle wächst die Begeisterung, da sich die Menschen sicher fühlen.

Veränderungen auf dem Markt – die Millennials erobern das Internet 

Klar ist aber auch, dass sich die Spielstruktur des umsatzstarken Marktes verändert hat. Die niedergelassenen Spielbanken der Casinos Austria verlieren an Relevanz, während der Onlinemarkt boomt. Die meisten Umsätze kann das Land mit Spielautomaten erzielen, die per Smartphone oder am Computer zur Verfügung stehen. Der Besuch in der Spielbank wird mehr und mehr zum Event, das aber nicht beim täglichen Gelegenheitsspiel genutzt wird. 

Das wirft auch seine Schattenseiten auf, denn die Anzahl der Menschen mit Glücksspielsucht ist in Österreich deutlich höher als in Deutschland oder der Schweiz. Genau dagegen gehen seriöse Anbieter Hand in Hand mit den Behörden vor. Präventionsangebote überfluten den Markt, Spielern soll mehr Sicherheit geboten werden, unter anderem durch folgende Maßnahmen: 

  • Bereitstellung von Hilfsangeboten und Ansprechstellen 
  • Informationen und Offenheit beim Thema Glücksspielsucht
  • Selbstgewählte Limits und freiwillige Sperrmöglichkeiten 
  • Staatliche Kontrolle des Spielverhaltens 

Die Wirtschaft in Österreich ist stark vom Glücksspielsektor abhängig 

Ohne Zweifel gilt Österreich als das Land der Glücksspieler, denn hier wird, verglichen mit anderen Ländern, sehr viel gezockt. Davon profitiert der Arbeitsmarkt und ein Teil der Wirtschaft ist maßgeblich von der florierenden Branche abhängig. Im Jahr 2020 waren beispielsweise mehr als 1.600 Menschen allein für die Casinos Austria beschäftigt. Mit der wachsenden Digitalisierung spielen immer mehr Berufsgruppen eine Rolle für die Glücksspielbranche. Während in den stationären Spielbanken primär Croupiers, Bedienungen, Informationspersonal und Securitys zu finden sind, öffnet die Digitalisierung neue Berufsfelder: 

  • Programmierer für die Erstellung neuer Spiele
  • IT-Ingenieure für die permanente Weiterentwicklung
  • Supporter, die sich mit Kundenanfragen beschäftigen 
  • Kreative Köpfe, die Designs erstellen und entwickeln 

Der Zuwachs an Spielern hat also für die österreichische Wirtschaft durchaus positive Folgen. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, die zumindest laut Prognosen zukunftssicher sein könnten. Das Wachstum der Branche wird auch für die nächsten Jahre als zuverlässig angegeben. 

Weggefallen sind hingegen mehr und mehr Jobs in niedergelassenen Spielhallen. Schon seit vielen Jahren gehen Großstädte wie Wien aktiv dagegen vor und bemühen sich, das Stadtbild zu verändern. Dem leistet die Digitalisierung nun Vorschub, denn die Nachfrage nach Spielhallen ist drastisch gesunken. Die Einfachheit des Online-Spiels trägt dazu einen Teil bei. Gegenübergestellt ist aber der Jobverlust in diesem Bereich geringer als der Zugewinn, den zunehmend digitale Glücksspielangebote liefern.

Österreich war Vorbild für die Schweiz und Deutschland – mit Erfolg

© Bild: Unsplash | Michał Parzuchowski

In Österreich entschied man sich bereits 2016 dazu, auch digitales Glücksspiel zu legalisieren. Damit war das Burgenland klarer Vorreiter gegenüber Deutschland und der Schweiz. Letztere zog 2019 nach, lässt aber ausschließlich Spielangebote mit staatlichem Monopol zu. Immerhin konnte die Schweiz damit im Jahr 2020 rund 186.000.000 CHF Umsatz generieren, eine stattliche Summe. Mittlerweile ist auch dort die Digitalisierung angekommen. Die großen Schweizer Casinos haben erkannt, dass ihr lokales Angebot nicht mehr ausreicht, um die Menschen zufriedenzustellen. So ist es unter anderem das Casino in Davos, dass ebenfalls eine virtuelle Spielplattform betreibt. 

Am zögerlichsten waren die Deutschen, die sich erst 2021 für die Legalisierung des Glücksspiels in Deutschland entschieden. Zuvor gab es zwar bereits Gesetze zur Ausdünnung der lokalen Spielhallen, online durfte aber trotzdem nur in einem einzigen Bundesland gezockt werden. Eigentlich schade, denn Schleswig-Holstein hatte als Vorreiter bereits gezeigt, dass legalisiertes Online-Glücksspiel für die Deutschen ein Gewinn sein könnte. Rund 35 % aller Deutschen outen sich offiziell als Spieler. Dem gegenüber stehen rund 41 % Zocker, die aus Österreich kommen. 

Auch in Deutschland ist Gambling nicht erst seit 2021 relevant geworden, die Menschen nutzten vorher Angebote aus den EU-Ländern, die sich rechtlich in einer Grauzone befanden. Seit die DACH-Region den Takt beim mobilen Glücksspiel vorgibt, ziehen auch zahlreiche andere EU-Länder nach. Mittlerweile ist in den meisten Regionen Europas das Thema Glücksspiel reguliert. Teilweise ist diese Bewegung sicher dem Spielerschutz gewidmet, doch die Länder sehen hier natürlich auch eine Einnahmequelle.

Fazit: Österreich als dominante Kraft in Sachen Glücksspiel in der DACH-Region 

Der Anteil an Glücksspieler in Österreich scheint knapp über Deutschland und deutlich über der Schweiz zu liegen. Das Wachstum hat mit der zunehmenden Digitalisierung der Angebote zugenommen, war aber auch zuvor bereits vorhanden. Eine Rolle spielt dabei sicher die flächendeckende Verfügbarkeit von Glücksspielangeboten. Wer heute zocken möchte, muss dafür nicht unbedingt eines der Casinos aufsuchen. Ein Griff zum Smartphone reicht und Österreichs gesamte Glücksspielwelt steht zur Verfügung.

Das Land zeigt sich als ein Paradebeispiel dafür, dass staatliche Regulierungen nicht immer der falsche Weg sind. Verglichen mit anderen Ländern gelten die Vorgaben in Österreich als streng, allerdings schaffen sie auch Vertrauen beim Nutzer. Das Gefühl, dass das Land einen Blick auf legale und illegale Anbieter hat, löst bei vielen Menschen erst das Sicherheitsgefühl beim Zocken aus.