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Chronik/Wien
05.12.2011

Wieder Hausbesetzung in Wien-Neubau

Nach der Lindengasse ist nun ein Haus in der Westbahnstraße besetzt. Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen in der Nacht.

Nur drei Tage nach der Räumung eines besetzten Hauses in der Lindengasse in Wien-Neubau durch die Polizei haben mehrere Aktivisten Freitagabend ein Haus ein paar Straßen weiter besetzt. Wieviele Personen das Haus in Beschlag genommen haben, scheint unklar zu sein. Die Polizei geht von rund zehn Personen in dem Abbruchhaus in der Westbahnstraße 13 aus, ein Aktivist spricht von 16 bis 17 Personen. Zwei Beamte sind zur Absicherung an Ort und Stelle, die Lage wirkte in der Früh friedlich.

Zentrum für "Leute, die nix haben"

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Die Aktivisten scheinen die gleichen zu sein, die schon das Haus in der Lindengasse besetzt hatten und in dem "Epizentrum" genannten Haus "ein selbstverwaltendes Zentrum" für Kunst, Kultur und Bildung schaffen wollten. Auch in der Westbahnstraße 13 wollen sie ein solches Zentrum schaffen für "Leute, die nix haben", sagte ein junger Mann zu KURIER.at, der sich selbst zu den Aktivisten zählt und Samstagmorgen vor dem besetzten Haus wartete. Eine Polizeibeamtin verwehrte ihm den Zutritt. Die Besetzung hätte Freitagabend gegen neun begonnen und er sei zu spät gekommen.

Die Besetzer im Haus meldeten sich in der Nacht auf Samstag in einer Presseaussendung zu Wort. "Der Bedarf nach Freiraum ist nach wie vor da", hieß es darin. Mit der Räumung der Lindengasse 60-62 sei die Sache nicht vom Tisch. "Wir lassen uns von der Polizei nicht einschüchtern, denn vor einer Zukunft ohne Freiräume fürchten wir uns mehr."

Nächtlicher Menschauflauf

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Augenzeugen hatten in der Nacht von chaotischen Zuständen rund um das besetzte Haus berichtet. Mehrere Polizisten sollen noch in der Nacht das Gebäude abgesichert haben.

Die Polizei sieht vorerst keinen Grund, gegen die Besetzung vorzugehen. Im Telefonat mit KURIER.at sagte eine Polizeisprecherin, dass derzeit versucht werde mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen. Eine Zwangsräumung könne demnach erst durch diesen veranlasst werden.

Am Samstagabend sorgte dann eine Gruppe von 30 Personen, die lautstark durch die Umgebung zog, für Aufsehen. "Aufruhr - Widerstand" und "Wessen Straße? Unsere Straße" wurde skandiert. Die Kundgebung löste sich bald auf. Laut Polizei haben in der Nacht einige Besetzer wegen der Kälte aufgegeben.

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