Chronik/Wien

Schüler verhindern Garage unter der Schule

Sie haben Transparente gemalt, Demonstrationen veranstaltet und Unterschriften für eine Petition gesammelt. Die Schüler des Gymnasiums Geblergasse haben kein Mittel des Protests ausgelassen. Denn just unter ihrem Schulhof sollte eine Garage für 250 Autos errichtet werden. 15 Bäume sollten dafür fallen, der Sportplatz im Schulhof wäre zumindest ein Jahr gesperrt gewesen. Dazu die Lärm- und Staubbelastung durch die Arbeiten.

Rückzug

Nach vier Jahren hin und her gab es am Dienstag eine Entscheidung mit Folgewirkung. „Der Garagenbetreiber Wipark hat sich aus dem Projekt zurückgezogen“, berichtet Ilse Pfeffer (SP), Bezirksvorsteherin von Hernals. Damit sei die Garage vom Tisch. Pfeffer ist froh, dass in der Causa ein Schlussstrich gezogen wurde. Denn das Projekt spaltete den Bezirk. Noch im Juni 2011 wurden die Anrainer befragt. Damals stimmten 57,1 Prozent für die Garage. Die Schüler durften dagegen nicht abstimmen.

Anfangs ebenfalls Befürworterin des Garagenbaus, sieht Pfeffer nun die Dringlichkeit nicht mehr gegeben. „Die extreme Parkplatznot ist durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung weg gefallen.“ Sie hat nun ein kleineres Alternativprojekt im Auge. Noch sei aber nichts fix, sagt Pfeffer.

In der Schule ist der Jubel groß: „Die Freude kann man kaum beschreiben“, sagt Schulsprecherin Jennifer Brenner. Sie ist froh, dass der Schulhof erhalten bleibt. Der Sprecher des Elternvereins Klaus Zambra stößt ins selbe Horn: „Vier Jahre haben wir dafür gekämpft, dass der Schulhof unberührt bleibt. Das ist unser größtes Weihnachtsgeschenk.“

Das Aus ist überraschend, bei näherer Betrachtung aber nachvollziehbar. Vor allem ein Sideletter der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), der das Schulgebäude gehört, sorgte bei der Wipark für Kopfzerbrechen: „Man müsse beim Bau die Wünsche der Schule berücksichtigen“, steht dort. Zuletzt waren sogar Flüsterrollbänder im Gespräch, damit die Autos besonders leise in der Garage parken. „Auch wenn es aussichtslos war, haben wir immer weitergekämpft“, sagt Schülerin Brenner.

Ausschlaggebend waren aber schlussendlich nicht die Proteste. Der Garagenbau wurde schlichtweg zu teuer.